Beschreibung der Videos

Es läuten die Glocken der evangelischen Dorfkirche zu Burg im Spreewald.
Der Grundstein zum Bau der heutigen frühklassizistischen Saalkirche wurde am 30. September 1799 gelegt - nachdem die Fachwerkkirche von 1753 abgebrannt war und sich der daraufhin errichtete Betsaal als zu klein erwiesen hatte.*
Aus der Vorgängerkirche ist noch eine Eisenglocke erhalten, welche im Eingangsbereich in der Kirche aufgestellt ist. Sie ist unbezeichnet, ähnelt aber von der Zier und den Ornamenten einer 1673 in Peitz gegossenen Glocke.**
Die heutige Kirche besaß bei ihrer Einweihung am 11. November 1804 ein zweistimmiges Geläut, welches im selben Jahr von der Firma des Johann Christian Gottlieb Fischer aus Königsberg/Neumark gegossen wurde (*,***). 837 Taler und 12 Groschen betrug der Preis für die Glocken.****
Von ihnen ist bis heute noch die kleinere erhalten geblieben. Sie trägt die Inschrift: DIESE ZWY GLOKKEN SIND GEGOSSEN VON J. C. G. FISCHER ZU KOENIGSBERG NEUMARK 1804 (***,*****). Sie ist an der Schulter mit einem umlaufenden Fries aus Kränzen und Blättern geziert. Auffallend ist die Tellerkrone. Die Glocke erklingt in h'.
Die zweite größere Glocke mit einem Gewicht von 400 Kilogramm musste während des ersten Weltkrieges abgeliefert werden. Im Jahr 1920 wurde sie durch eine neue Bronzeglocke aus Apolda ersetzt.****
Diese versah nur 22 Jahre ihren Dienst im Kirchturm und wurde 1942 während des zweiten Weltkrieges beschlagnahmt und abgeliefert.******
Mehrere Jahre ertönte nur die verbliebene kleine Glocke von 1804 solistisch vom Turm. Bis zum 150-jährigen Kirchenjubiläum im Jahr 1954, wo zwei neue Glocken angeschafft wurden und somit das Geläut - einer alten Planung entsprechend - auf insgesamt drei Glocken erweitert werden konnte.******* Bei den neuen Instrumenten handelt es sich um Eisenhartgussglocken aus der Gießerei Schilling & Lattermann aus Morgenröthe-Rautenkranz im Vogtland, wie sie so zahlreich auch in anderen Kirchen in der Region zu finden sind. Diese beiden Glocken sind bis heute im Kirchturm der Burger Kirche vorhanden und erklingen mit der alten Glocke von 1804 in einem leicht verzogenen TeDeum-Motiv. Typisch sind die verkröpften Joche und die Gegengewichtsklöppel. Die größere der beiden (Glocke 1) trägt an der Schulter umlaufend die Inschrift: LOCKET UND LÄUTET NICHT VERGEBENS RUFT ZUM QUELL DES EWIGEN LEBENS FÜHRT AUS ERDENNOT UND STREIT HERZEN HEIM ZUR EWIGEN FREUD. Die kleine Glocke (Glocke 3) trägt die weit verbreitete Inschrift: O LAND, LAND, LAND HÖRE DES HERREN WORT aus dem Buch des Propheten Jesaja.*****
In der Turmlaterne befinden sich zwei eiserne Klangschalen für den Uhrschlag.

Glockendaten:

Glocke 1
Gussjahr: 1954*****
Gießer: Schilling & Lattermann, Morgenröthe-Rautenkranz
Material: Eisenhartguss
Nominal: gis'

Glocke 2
Gussjahr: 1804*****
Gießer: J. C. G. Fischer, Königsberg/Neumark (***,*****)
Nominal: h'

Glocke 3
Gussjahr: 1954*****
Gießer: Schilling & Lattermann, Morgenröthe-Rautenkranz
Material: Eisenhartguss
Nominal: cis"

Motiv: Te Deum Laudamus

Herzlichen Dank dem Pfarrer Herrn Michael Heimann für die freundliche Erlaubnis der Aufnahme und für das Aufschließen des Turmes.

Aufnahmedatum: Reformationstag, 31.10.2017 (500 Jahre Reformation)

Quellen:
*Evangelische Kirchengemeinde Burg (Spreewald): Dorfkirche Burg (Spreewald) - Informationsfaltblatt zur Geschichte und Ausstattung der Kirche
**Informationsschild an der in der Kirche aufgestellten Eisenglocke
***zum Namen des Glockengießers: Siegfried Rambaum: Glockengießer in der Neumark: http://neumark.genealogy.net/glocknmk.htm (abgerufen am 05.11.2017)
****https://de.wikipedia.org/wiki/Kirche_Burg_(Spreewald)#Bau_der_Kirche (abgerufen am 05.11.2017)
*****orientiert an Informationsschild am Glockenstuhl
******https://de.wikipedia.org/wiki/Kirche_Burg_(Spreewald)#Burger_Kirche_in_der_Zeit_des_Nationalsozialismus (abgerufen am 05.11.2017)
*******https://de.wikipedia.org/wiki/Kirche_Burg_(Spreewald)#Burger_Kirche_in_der_DDR (abgerufen am 05.11.2017)


Es läuten die vier #Glocken der kath. Pfarrkirche St. Benno (Cerkwja swjateho Bena) in Ostro (Wotrow), einem Ortsteil von Panschwitz-Kuckau (Pančicy-Kukow) in der sorbischen Oberlausitz.

Das kleine sorbische Pfarrdorf Ostro nahe Bautzen liegt malerisch auf einem Hügel, weithin sichtbar ist seine Kirche. Die Geschichte von Dorf und Kirche ist stark mit der Zisterzienserinnenabtei St. Marienstern im nahen Panschwitz verbunden. Der Abtei ist auch zu verdanken, dass die Dörfer um Ostro auch nach der Reformation katholisch geblieben sind. 1758 wurde von dort aus die Gemeinde gegründet, zehn Jahre begann der Bau der Kirche. 1772 konnte das neue Gotteshaus bereits konsekriert werden. Sie wurde dem Schutzpatron der Sachsen, dem Hl. Benno von Meißen geweiht. Sie ist die älteste Kirche Deutschlands mit diesem Patronat.
Das Innere der St.-Benno-Kirche weist Stilelemente des Rokoko auf und ist dennoch recht schlicht ausgestattet. Besonders hervorzuheben ist hierbei der Hauptaltar, der unsern Bistumspatron Benno mit Fisch und Schlüssel zeigt. Den Seitenaltar ziert der Hl. Johannes Nepomuk.
Der Turm wurde ein Jahr nach der Kirchweihe vollendet. Zwei Schlagglocken hängen in der Turmhaube, vier Läuteglocken in der Glockenstube. Zwei von denen stammen aus dem Jahr der Kirchweihe. Diese läuten seither ununterbrochen über Ostro. Eine dritte kleine Glocke von 1850 wurde im 1. Weltkrieg eingeschmolzen, eine weitere, die 1928 in Gescher gegossen wurde, schmolz man im zweiten Weltkrieg ein. Seit 1964 rufen vier Glocken die Gläubigen zum Gebet. Alle Glocken sind leider an gekröpften Jochen aufgehängt.

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g´-b´-c´´-es´´

Glocke 1
Hl. Benno
Ton: g´
Gewicht: 423 kg
Durchmesser: 94 cm
Gießerei: Johann Gottfried Weinhold, Dresden
Gussjahr: 1772
Inschrift: In honorem Dei triuni et memor: b: v: Mariae et St: Bennonis.

Glocke 2
Hl. Maria
Ton: b´
Gewicht: 420 kg
Durchmesser: 80 cm
Gießerei: Schilling, Apolda
Gussjahr: 1964
Inschrift: KRALO KRASNOSCE, PŘISJES SWJETEI MĚR

Glocke 3
Hl. Anna
Ton: c´´
Gewicht: 293 kg
Durchmesser: 76 cm
Gießerei: Schilling, Apolda
Gussjahr: 1964
Inschrift: SWJ. ANNA, PROŠ ZA NAS

Glocke 4
Hl. Johannes Nepomuk
Ton: es´´
Gewicht: 210 kg
Durchmesser: 70 cm
Gießerei: Johann Gottfried Weinhold, Dresden
Gussjahr: 1772
Inschrift: In honorem Dei triuni et memor: St. Jacobi apost: et St. Joannis Nepom:


Die unruhige Kameraführung bitte ich zu entschuldigen. Auf einer mehr als wackeligen Leiter, war die Standfestigkeit eher weniger gegeben.
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Herzlichen Dank an Pfr. Měrćin Deleńk aus Crostwitz sowie an den Küster von Ostro für die freundliche Unterstützung und die Begleitung auf den Turm. Herzlichen Dank auch an Ben für die Tour durch Sachsen.
Wotredjem!

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