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Es läuten die sechs #Glocken der kath. Pfarrkirche St. Michael in München-Berg am Laim.
Eine der schönsten Sakralbauten in der bayerischen Landeshauptstadt liegt mit der Rokoko Bruderschaftskirche zum Hl. Michael etwas abseits des Trubels im Stadtteil Josephsburg. Eigentlich wäre die schmucke Doppelturmfassade als Endpunkt einer lachen Prachtstraße aus der Münchner Innenstadt gedacht. Dieses Vorhaben wurde allerdings glücklicherweise nie realisiert.

Den Auftrag zum Bau dieses Gotteshauses gab der Fürsterzbischof von Köln und Herzog von Bayern Clemens August I., der in Berg am Laim ein Hofgut besaß, dem die Michaelskirche fortan als Hofkirche dienen sollte. Sie wurde der Erzbruderschaft St. Michael als geistige Heimstätte übergeben. Der Bau, der von 1735-51 von Johann Michael Fischer geleitet wurde, gilt heute als Meisterwerk süddeutschen Barocks und Rokoko. Zur inneren Ausgestaltung und Schönheit der Kirche sei in die Fachliteratur verwiesen.
Mit der Säkularisation des Kurerzbistums Köln 1801 verlor St. Michael seinen Status und wurde Pfarrkirche für Berg am Laim und Baumkirchen. Dies war zuvor die alte Dorfkirche St. Stephan (https://youtu.be/_IeIVcW-rSE) gewesen. Nach leichten Kriegsschäden kurz vor Ende des 2. Weltkrieges konnte die Kirche recht bald wieder in der alten Schönheit ihrer Bestimmung übergeben werden.

Das erste Geläut zog im Jahr der Kirchweihe 1751 in die beiden Türme ein. Damals goss Anton Benedikt Ernst vier Glocken in e'-g'-c''-d''. Da die große Glocke nach einiger Zeit schadhaft wurde, gab man diese als Metallspende an den Erdinger Glockengießer Bachmair, der das Geläut von St. Michael 1893 zu einem sechsstimmigen Glockenchor (c'-f'-g'-a'-c''-d'') ergänzte. In beiden Weltkriegen wurden Glocken beschlagnahmt, lediglich die Marienglocke im Ton a' überlebte diese und läutet noch heute. Nachdem die heutige Stebeglocke von 1631 aus der benachbarten Lorettkirche hierher kam, ließ man 1954 in der Landshuter Gießerei Hahn vier neue Glocken gießen, die das Geläut wieder vervollständigten.
Die große Glocke hängt im Südturm, der Rest im nördlichen der beiden Türme.

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d'-f'-g'-a'-c''-(fis'')

Glocke 1
Hl. Michael
Ton: d'+1
Gewicht: 1550 kg
Durchmesser: 138 cm
Gießerei: Johann Hahn, Landshut
Gussjahr: 1954
Inschrift: GOTT IST DER HERR AUCH UNSERER ZEIT, SEIN ENGEL FÜHRT UNS ZUR EWIGKEIT.

Glocke 2
Maria Immaculata
Ton: f'+2
Gewicht: 870 kg
Durchmesser: 114,5 cm
Gießerei: Johann Hahn, Landshut
Gussjahr: 1954
Inschrift: ER HAT MICH UMHÜLLT MIT DEM MANTEL DER GERECHTIGKEIT, WIE EINE BRAUT IM SCHMUCKE

Glocke 3
Hl. Vinzenz
Ton: g'+3
Gewicht: 670 kg
Durchmesser: 103 cm
Gießerei: Johann Hahn, Landshut
Gussjahr: 1954
Inschrift: DEN ARMEN DIENEN HEISST IHM NACHFOLGEN.

Glocke 4
Hl. Maria
Ton: a'
Gewicht: 350 kg
Durchmesser: 88 cm
Gießerei: Anton Bachmair, Erding
Gussjahr: 1893
Inschrift: Ave Maria, gratia plena + Ora pro nobis nunc et in hora mortis nostrae Amen

Glocke 5
Hll. Schutzengel
Ton: c''+2
Gewicht: 275 kg
Durchmesser: 76 cm
Gießerei: Johann Hahn, Landshut
Gussjahr: 1954
Inschrift: IHRE ENGEL IM HIMMEL SCHAUEN IMMER AUF DAS ANGESICHT MEINES VATERS.

Glocke 6
Sterbeglocke
Ton: fis''-4
Gewicht: 100 kg
Durchmesser: 53 cm
Gießer: Bartholomäus Wengle, München
Gussjahr: 1631
Inschrift: MICH GOSS BARTOLOMÄUS WENGELE IN MINCEHN MD C XXX I

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Ein herzliches Dankeschön an die Pfarrei St. Michael Berg am Laim, v.a. Brian und Sigrid für die Ermöglichung der Aufnahmen.

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Heute feiert die Kirche von Dresden-Meißen und München ihren Patron, den Hl. Benno, dessen Heiligsprechung sich heuer zum 500. Mal jährt.
Hl. Benno von Meißen, bitte für uns!


Es läuten die 5 Glocken der Pfarrkirche zur Hl. Margaretha aus Buch im Tiroler Unterinntal.

Stimmung:

d' e' fis' a' h'(+)

Gießer:

Gl. 1-4 Glockengießerei Franz Oberascher, Salzburg (1948)
Gl. 5 Glockengießerei Grassmayr, Innsbruck (1923)

Eine vorbildlich eingestellte Anlage mitsamt einem für Tirol angemessenen Läutewinkel!

Da ich über die Pfarrkirche von Buch keine Beschreibung fand, hier nun folgende Geschichte.

Von einem spannenden Buch in Tirol

Die Geschichte der Tiroler Gemeinde Buch zieht einen genauso in den Bann wie es das gleichnamige Druckwerk manchmal schafft. Der Ort ist nicht nur Heimat einer ehemals bedeutenden Burg, sondern auch von der einzigen Landesheiligen und dem größten Baum Tirols.

Spannend, aufregend und von Höhen und Tiefen geprägt, so oder so ähnlich könnte der Klappentext von Buch in Tirol lauten. Die Geschichte des 2.500-Einwohner-Ortes ist nämlich alles andere als langweilig und beinhaltet auch eine sagenumwobene Schutzpatronin.

Buch liegt im Unterinntal, südlich des Inns. Neben dem namensgebenden Ort Buch besteht die Gemeinde noch aus den Dörfern St. Margarethen und Maurach, einem Teil von Rotholz und dem am Berghang gelegenen Troi.

Rottenburg war Tirols wirtschaftliche Drehscheibe

Am bekanntesten ist Buch wohl für die Rottenburg, die oberhalb der Gemeinde in Rotholz liegt und heute allerdings zur Ruine verfallen ist. Sie wurde 1149 erstmals urkundlich erwähnt und war im Mittelalter die wirtschaftliche Drehscheibe und das Verwaltungszentrum Tirols. Bedeutung erlangte die Burg durch das Adelsgeschlecht der Rottenburger, denen sie als Stammsitz diente. Diese stiegen zu einem der mächtigsten Geschlechter Tirols auf und hatten sogar Besitztümer im heutigen Südtirol.

Im Jahr 1407 kam es allerdings zum Bruch zwischen Graf Heinrich VI. von Rottenburg und dem Landesfürsten Herzog Friedrich von Tirol. In dem Zuge verloren die Rottenburger ihre Burg, die daraufhin zur Ruine verfiel. 1460 wurde sie zwar als Sitz des Landesgerichtes wieder errichtet, 1594 wurde das Gericht allerdings nach Rotholz verlegt und die Festung dem Verfall preisgegeben.

Die Sage der Hl. Notburga

Untrennbar mit der Geschichte des Burg verbunden ist die Heilige Notburga, die dort im 13. Jahrhundert als Wirtschafterin tätig war. Ihr soziales Engagement führte zu dauernden Konflikten mit der Schlossherrin. Notburga wurde eines Tages entdeckt, wie sie den Armen Brot und Wein bringen wollte, diese sollen sich dann in Lauge und Sägespäne verwandelt haben.

Eine weitere Sage soll sich in Eben am Achensee zugetragen haben, dorthin wurde Notburga nämlich von der Schlossherrin von Rottenburg geschickt um als Magd zu arbeiten. Als der Bauer sie aufforderte, nach dem Abendläuten weiter am Feld zu arbeiten, soll sie ihre Sichel in die Luft geworfen haben und diese blieb an einem Sonnenstrahl hängen. Daraufhin ließ sie der Bauer ziehen. Dies machte sie zur Patronin der Dienstmägde und der Landwirtschaft.

Notburga starb 1313 auf der Rottenburg, auf die sie nach dem Tod der Schlossherrin zurückkehrte. Auf Initiative von Graf Ludwig Penz wurde 1957 aus Teilen der umherliegenden Steine der Ruine die Notburga-Kapelle errichtet.

Nicht nur die Kapelle erinnert an die Schutzpatronin, sondern auch die 200 Jahre alte Notburga-Fichte, die am Areal des Schlosses steht und mit einer Höhe von 58 Metern der größte Baum Tirols ist.

Rätselhafte Namensgebungen

Es ist unklar, ob das Adelsgeschlecht nach der Burg oder die Burg nach dem Adelsgeschlecht benannt wurde. Ersteres scheint aber logischer, da die Anlage aus dem lokalen roten Buntsandstein erbaut ist.

Nicht geklärt ist auch woher der Ortsname Buch kommt. Dass er womöglich eher von dem gleichnamigen Laubbaum, als tatsächlich von dem gebundenen Druckwerk kommt, ist aber wahrscheinlich. Dafür spricht auch das Wappen, das eine rotblättrige Buche vor gelbem Hintergrund zeigt.

Kupfer und Silber abgebaut

Ersten Aufschwung nahm Buch im 15. Jahrhundert durch den Bergbau von Kupfer und Silber. Zahlreiche Stollen oberhalb des Ortes Troi zeugen noch heute von den Bergknappen, die sich hier ansiedelten. In der Blütezeit des Bergbaus wurde es daher notwendig, die katholische Pfarrkirche von St. Margarethen zu vergrößern.

Heute ein beliebtes Ausflugsziel

Heute ist Buch, vor allem die Rottenburg, ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel. Zur Schlossruine führt sogar ein Bibelweg. Als Geheimtipp gilt der Bucher Wasserfall, der vom Gasthof Bucherwirt in 20 Minuten zu Fuß erreichbar ist. Der nahe gelegene Achensee bietet außerdem eine Reihe von Ausflugs- und Freizeitmöglichkeiten. Also nicht nur im Buch lesen, sondern gleich nach Buch fahren!

Quelle: (https://www.kommunalnet.at/news/einzelansicht/von-einem-spannenden-buch-in-tirol.html)

Ein herzliches Dankeschön dem freundlichen Mesner sowie auch meinem Begleiter!

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