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Der das Dresdner Stadtbild dominierende Turm der evang.-luth. Dreikönigskirche in der Neustadt trägt mit seinen drei Glocken eines der größten Geläute der Elbstadt. Auch vor den Zerstörungen Dresdens im Zweiten Weltkrieg befanden sich bereits drei Läute- und Schlagglocken im Turm. Lediglich die Schlagglocken waren nach dem Krieg noch zu gebrauchen und wurden bald in den Schlossturm überführt, um dort fortan die Stunden zu schlagen. Nachdem die Dreikönigskirche selbst lange ein Trümmerhaufen geblieben war, entschloss man sich auch erst zu deren Wiederaufbau im Jahre 1973 zum Guss von drei neuen Glocken in der Apoldaer Glockengießerei unter Verwendung der erhaltenen Bronze des alten Geläutes. Erst als 1977 endgültig entschieden wurde, dass der nunmehr knapp vier Jahrzehnte zerstörte Kirchenraum wiedergeweiht werden sollte, konnten das Geläute seiner Bestimmung übergeben werden. Die Tongebung der einzelnen Glocken ist sauber, das Klangpotenzial hoch - die gesamte Kraft des Geläutes kann bedauerlicherweise aufgrund der gekröfpten Joche nicht zur Geltung kommen.

Gl. 1 | Güte | as° | 3500 kg | 1822 mm | Peter Schilling, Apolda (1973)
Gl. 2 | Barmherzigkeit | c' | 1650 kg | 1423 mm | Peter Schilling, Apolda (1973)
Gl. 3 | Treue | es' | 938 kg | 1188 mm | Peter Schilling, Apolda (1973)

Die kirchlichen Ursprünge in der Dresdner Neustadt liegen in den Anfängen des 15. Jahrhunderts. Drei Vorgängergebäude entstanden im Laufe der Jahrhunderte, bevor die barocke Dreikönigskirche ab 1732 errichtet werden konnte. Der damalige Kurfürst Augusts der Starke veranlasste den Abriss des alten Kirchenraumes, da dieser seinen Plänen einer Prachtstraße durch die Dresdner Neustadt buchstäblich im Weg stand. Mit der Planung des Neubaus wurde der Dresdner Barockarchitekt Pöppelmann beauftragt. Die Weihe der neuen, prachtvollen Kirche konnte im Jahre 1739 erfolgen. Erst etwas mehr als hundert Jahre später wurde der Bau des Kirchturmes geplant, bevor der knapp 88m hohe Turm von 1854 bis 1857 errichtet werden konnte. Während der Luftangriffe auf Dresden im 2. Weltkrieg wurde der gesamte Innenraum des Gotteshauses zerstört, nur Turm und Außenmauern konnten erhalten bleiben. Auch wenn nach Kriegsende die Trümmer aus dem Kirchenraum beseitigt wurden, konnten Gottesdienste zunächst nur in der Turmkapelle gefeiert werden. Die Überreste des Kirchenraumes sollten zwischenzeitlich sogar im Zuge des Ausbaues der Hauptstraße abgerissen werden - dies konnte jedoch verhindert werden. Erst 1977 wurde die abschließende Entscheidung zum Wiederaufbau der Dreikönigskirche getroffen - nach ausführlicher Planungsphase wurde die Kirche zwar von 1984 bis 1991 neu errichtet, der Gottesdienstraum aber stark verkleinert und eine andere Raumaufteilung geschaffen. Der wertvolle, barocke Hochaltar konnte in den neuen Kirchenraum integriert werden. Im Gebäude ist zudem auch das "Haus der Kirche" untergebracht - hier finden in verschiedenen Veranstaltungsräumen Tagungen und Konzerte statt. Seit 1999 ist der Turm der Dreikönigskirche nahezu täglich für Besucher geöffnet. Über den Glocken befindet sich eine Aussichtsplattform, von welcher man einen wunderbaren Blick auf die Dresdner Innenstadt erhalten kann.

Danken möchte ich Frau Pfarrerin Fähndrich und Küster für die Ermöglichung der Aufnahme, sowie Felix für die Organisation der schönen Glockentour.


Vom Turm der evangelischen Matthäikirche im Düsseldorfer Stadtteil Düsseltal erklingt das zweitgrößte evangelische Glockengeläute der Stadt.

Das monumentale Geläute, bestehend aus vier Stahlglocken, fällt besonders durch die Kröpfung ins Ohr. Aufgrund der Statik des recht schmalen Turmes kann es nur an solchen Armaturen läuten. Durch die Einstellung der Motoren und Klöppel schlagen die Glocken größtenteils nur einseitig an, was dem Geläute nur negativ anzumerken ist. Die kleine Glocke läutet nie mit, da ein älteres Gutachten, was die Gemeinde vor einigen Jahren erstellen lies, besagt, dass sie der Auslöser dafür ist, dass der Turm zu sehr schwankt. Seither schweigt sie vor sich hin und fristet ihr Dasein ohne Gebrauch im Turm. An regulären Sonntagen läuten Glocken 1-3.
Das Geläute ist ebenfalls mit dem der benachbarten katholischen Kirche abgestimmt, welche ein Stahlgeläute auf g° beherbergt.




Glockendaten:


1. Matthäusglocke
Schlagton : a° -5,6
Gießer : Bochumer Verein
Gussjahr : 1955
Gewicht : 2.800 kg
Durchmesser: 1.980 mm
Inschrift : KOMMT HER ZU MIR, WIE IHR MÜHSELIG GELADEN SEID. ICH BIN EUCH ERQUICKEN.


2. Johannesglocke
Schlagton : c' -2,4
Gießer : Bochumer Verein
Gussjahr : 1955
Gewicht : 1.750 kg
Durchmesser: 1.680 mm
Inschrift : EURE TRAURIGKEIT SOLL IN FREUDE VERWANDELT WERDEN!


3. Markusglocke
Schlagton : d' -2,08
Gießer : Bochumer Verein
Gussjahr : 1955
Gewicht : 1.250 kg
Durchmesser: 1.500 mm
Inschrift : WER DA GLAUBET UND GETAUFT WIRD, DER WIRD SELIG WERDEN!


4. Lukasglocke
Schlagton : f' +/-0
Gießer : Bochumer Verein
Gussjahr : 1955
Gewicht : 750 kg
Durchmesser: 1.260 mm
Inschrift : LUK. 21, 36



Motiv: "Idealquartett"




Herzlichen Dank an alle Beteiligten vor Ort, ganz besonders an Markus!

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