Beschreibung der Videos

Aus dem wuchtigen Turm der katholischen Pfarrkirche Sankt Martin im Nürnberger Stadtteil Großreuth hinter der Veste erklingt ein kolossales, fünfstimmiges Glockengeläute. Alle fünf Glocken wurden 1935 als erstes Geläute für die frisch eingeweihte Kirche beim Bochumer Verein für Gussstahlfabrikationen gegossen und erklingen in der Melodielinie des erweiterten TeDeum. Die Montage erfolgte im heute noch erhaltenen Winkeleisenglockenstuhl. Das Geläute stellt gleichzeitig das schwerste und tontiefste katholische Geläute der Stadt und des gesamten Regierungsbezirkes Mittelfranken dar. Die unglaubliche Klangwucht welche das Gesamtgeläute und gerade die fundamentale große Glocke trotz ihres vergleichsweise geringen Gewichtes in der akustisch günstigen Betonglockenstube entwickeln ist bemerkenswert und tief bewegend zugleich.

Gl. 1 | Sankt Martin | a° | 3178 kg | 1980 mm | Glockengießerei, Bochumer Verein (1935)
Gl. 2 | Sankt Christophorus | c' | 1986 kg | 1670 mm | Glockengießerei, Bochumer Verein (1935)
Gl. 3 | Sankt Frederik | d' | 1385 kg | 1490 mm | Glockengießerei, Bochumer Verein (1935)
Gl. 4 | Sankt Monica | e' | 1170 kg | 1380 mm | Glockengießerei, Bochumer Verein (1935)
Gl. 5 | Regina Pacis | g' | 711 kg | 1170 mm | Glockengießerei, Bochumer Verein (1935)

Hinweise zum Videoprogramm sind in der Kommentarspalte zu finden.

Nachdem die Kuratie Sankt Martin in Großreuth hinter der Veste noch während des Ersten Weltkrieges im Jahre 1917 gegründet wurde, errichtete man schon bald eine Notkirche. Nur wenige Jahre später wurde der finale Entschluss gefasst, eine Kirche und eine Art Pfarrzentrum zu errichten. Die Vorbereitungen für den Kirchenbau begannen dann 1931, bevor der Bau 1934 fertiggestellt und ein Jahr später eingeweiht werden konnte. Während eines Fliegerangriffs wurde Sankt Martin 10. auf den 11. August 1943 stark beschädigt und konnte erst ab 1948 wieder aufgebaut werden. Eine Umgestaltung und Renovierung des Gotteshauses fand im Stile des Zweiten Vatikanischen Konziles 1967 statt. Ähnlich groß wie das Geläute ist auch die Orgel von Sankt Martin. Orgelbauer Kuhn aus Männedorf (Schweiz) wurde mit der Konstruktion dieses stattlichen Instrumentes mit insgesamt 46 Registern auf drei Manualen beauftragt. Neben vielen Konzerten unter dem Jahr findet die Orgel auch gerne während der "Internationalen Orgelwoche Nürnberg" und der Kirchenmusiktage der Katholischen Stadtkirche Nürnberg Verwendung.

Herzlich bedanken möchte ich mich bei Herrn Pfarrvikar Körber für die freundliche Ermöglichung und Unterstützung der Aufnahme sowie das Läuten der Glocken.

"Indem er sie segnete, schied er von ihnen und wurde aufgehoben in den Himmel" (Lk 24, 50-51)


Es läutet das größte Stahlgeläute der Stadt Graz, die Glocken der Stadtpfarr-, Votiv- und Jubiläumskirche zum Hl. Josef im Bezirk Jakomini.

Errichtet wurde die Kirche zwischen 1903 und 1908 auf Initiative des Fürstbischofs Leopold Schuster. Als Jubiläumskirche erinnert sie an mehrere bedeutende Ereignisse: das 60-jährige Priesterjubiläum von Papst Leo XIII., das 50-jährige Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs I. sowie an die Wiederherstellung der katholischen Religion in der Steiermark vor 300 Jahren. Der Bau gilt als letzter großer Sakralbau des Historismus in Graz und wurde im Stil der Florentiner Renaissance nach Plänen von Hans Pascher ausgeführt. Mit einer Turmhöhe von 80,3 Metern besitzt sie den zweithöchsten Kirchturm der Stadt und mit 32 Metern lichter Höhe im Hauptschiff das wohl höchste Kirchenschiff der Steiermark.
Das dreischiffige Basilikagebäude mit gewölbtem Chor beeindruckt durch seine monumentale Raumwirkung. Besonders hervorzuheben ist der Hochaltar mit dem großformatigen Gemälde des heiligen Josef von Josef Kastner d. J. (1903–1908), das Josef mit dem Jesuskind, umgeben von Engeln und Gläubigen, vor einer Grazer Stadtsilhouette zeigt. Ebenso hervorzuheben sind die Seitenaltarbilder, wovon eines kurioserweise 15 Vierzehn Nothelfer zeigt - der 15. hat starke Ähnlichkeit mit Fürstbischof Schuster.
Die Orgel stammt von Matthäus Mauracher aus dem Jahr 1909. Mit 29 Registern zählt sie zu den größten romantischen Orgeln der Steiermark und ist eines der bedeutendsten Instrumente mit pneumatischer Traktur der Region. Veränderungen im Jahr 1983 veränderten jedoch den ursprünglichen romantischen Klangcharakter deutlich. Eine Sanierung bzw. Rekonstruktion wäre dringend wünschenswert.
Heute bildet die Pfarre St. Josef gemeinsam mit Graz-Münzgraben einen Pfarrverband und beherbergt mit der Kroatischen Mission HKM eine der größten aktiven Gemeinden Österreichs.

Das Geläute ist, wie eingangs beschrieben, das größte Stahlgeläute von Graz und zählt zu den größten und klanggewaltigsten Stahlgeläuten Österreichs. Im Jahr 1907 erhielt die Kirche fünf Glocken (b° d’ f’ g’ b’) der Gießerei Grassmayr, Innsbruck, gegossen aus spanischen Kanonen aus der Zeit um 1790 (Legierung mit nur 12% Zinn). Im Ersten Weltkrieg wurden die vier großen Glocken eingezogen, als Ersatz wurden die heutigen Stahlglocken bei Böhler in Kapfenberg bestellt. Im Zweiten Weltkrieg wurde auch die kleinste Glocke abgenommen, seitdem hängt ihr Joch verwaist in der Glockenstube. Aus statischen Gründen wurden die beiden großen Glocken vor ca. 20 Jahren mit Obergewichten ausgestattet, Gl. 1 bekam zusätzlich einen neuen Klöppel mit sehr schwerem Gegengewicht, welcher sich glücklicherweise kaum merkbar negativ auf ihren Klang auswirkt. Nach längerer Zeit des Stillstands läutet die große Glocke nun immerhin an den höchsten Festtagen. Allerdings lässt wohl der heutige Zustand nur erahnen, wie gewaltig das Geläute gewesen sein dürfte, denn alle Glocken besaßen einst Klöppelfänger und wohl auch sehr hohe Läutewinkel, wie man an den Ausfräsungen am Glockenstuhl von Glocke 3 erkennt. Aber auch so ist das Geläute nicht minder beeindruckend - wenn die große Josefsglocke ihre Stimme erhebt, bebt der Kirchenvorplatz und sie ist weit bis ins Zentrum der Stadt bzw. Richtung Süden teils bis über die Stadtgrenzen hinaus zu hören.

Die Aufnahme fand zum Läuten zur Inauguration Papst Leos XIV. zum Zweck einer digitalen Turmführung statt, es war geplant ein „Reihenläuten“ durchzuführen, was jedoch aufgrund des verzogenen Läuterades und der deshalb abgeworfenen Kette der großen Glocke nur bedingt möglich war - deshalb das simulierte zweite Plenum. Auch der Klöppel der Glocke 2 schlug zum Zeitpunkt der Aufnahme merklich zu hoch an. Beides wurde inzwischen behoben. Ich danke @Glockenmike015 für die Bereitstellung der Aufnahme von Gl. 1.

Eine persönliche Anekdote sei hier noch angemerkt. Der Name des Kanals und letztendlich auch meine Begeisterung für Glocken gehen maßgeblich auf dieses Geläute zurück, welches ich bereits seit meiner Kindheit bewundere. So entstand mein erstes Video vor mittlerweile über 12 Jahren von diesem Geläute, auch damals zum Läuten zur Papstinauguration.

Glocke 1:
Name: Hl. Josef
Schlagton: b°±0
Gewicht: ca. 3000 kg
Durchmesser: 189 cm

Glocke 2:
Name: Hl. Maria
Schlagton: d’-2
Gewicht: 1550 kg
Durchmesser: 136 cm

Glocke 3:
Name: Hl. Antonius
Schlagton: f’±0
Gewicht: 920 kg
Durchmesser: 115 cm

Glocke 4:
Name: Hl. Leopold
Schlagton: g’±0
Gewicht: 650 kg
Durchmesser: 100 cm

Gießer & Gussjahr:
Gebr. Böhler, Kapfenberg 1922

Ich möchte mit diesem Video allen Glockenfreund:innen frohe Weihnachten wünschen!

Ich bedanke mich herzlich bei der Pfarre St. Josef für die Ermöglichung der Aufnahme!

Abschnitte:
0:00 Intro mit Teilgeläute
01:30 Plenum Gl. 4-1
07:08 Glocke 4
08:06 Glocke 3
09:25 Glocke 2
10:44 Glocke 1
12:23 sim. Plenum Gl. 1-4
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Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Josefskirche_(Graz)

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