Beschreibung der Videos

Präsentiert wird eine Turmaufnahme des Geläutes der Stadtpfarrkirche St. Ludwig in Bad Dürkheim (Pfalz).
Bad Dürkheim ist eine Kleinstadt an der Deutschen Weinstraße und liegt direkt "am Fuße" des Pfälzer Waldes zwischen Grünstadt und Neustadt. Die Stadt zählt ca. 18.500 Einwohner.
Die katholische Stadtpfarrkirche St. Ludwig befindet sich im Zentrum der Stadt, direkt neben dem Kurpark. Sie wurde in den Jahren 1828/1829 nach den Plänen von Johann Bernhard Spatz im klassizistischen Stil erbaut. Sie wurde in den 1970er Jahren und aufgrund von starker Innenraumverschmutzung und weiteren Mängeln erneut 2008 renoviert.
Die Kirche beherbergt eine ganz besondere Rarität. Der Künstler Paul Thalheimer fertigte in den Jahren 1938/39 ein sehr großes Kreuzigungs-Wandbild im Chorraum der Kirche. Der Künstler war ein Gegner des damals herrschenden Reichskanzlers und stellte diesen auch in seinem Bild für St. Ludwig als gekreuzigten Verbrecher neben Jesus dar.
Im Turm der Kirche befinden sich insgesamt vier Bronzeglocken aus der Nachkriegszeit, gegossen von Meister Hermann Hamm aus Frankenthal. Es ist das größte Geläut, was die Kirche jemals besessen hat. Das Geläute zeichnet sich vorallem durch die Klangkraft und den Klangcharakter aus. Aus Platzgründen hängen alle Glocken an leicht gekröpften Stahljochen in einem Stahlglockenstuhl. Die Kröpfung hat jedoch überhaupt keinen Einfluss auf die Klangentfaltung.


GLOCKENDATEN:

Glocke 1: Christ-König, cis', Hamm/Frankenthal 1954, sehr leichte Rippe, 1380 kg, d= 1450 mm

Glocke 2: St. Josef, dis', Hamm/Frankenthal 1954, sehr leichte Rippe, 1040 kg, d= 1250 mm

Glocke 3: St. Maria, fis', Hamm/Frankenthal 1954, mittlere Rippe, 720 kg, d= 1100 mm

Glocke 4: St. Michael, gis', Hamm/Frankenthal 1954, mittlere Rippe, 510 kg, d= 970 mm


ABLAUF DES VIDEOS:

0:00 Intro

0:15 Einzelglocken:
- 0:32 Glocke 4 gis'
- 2:00 Glocke 3 fis'
- 3:50 Glocke 2 dis'
- 5:55 Glocke 1 cis'

8:30 Vollgeläute (cis' dis' fis' gis')


Diese Aufnahme entstand gesondert. Einen ganz herzlichen Dank an die Küsterin für die Ermöglichung des Sonderläutens und der Turmbesteigung und an "DPLP" für das hervorragende Schalten der Glocken.
Mit dabei war ebenfalls "Angelusglocke", sein Video ist unter folgendem Link zu finden:
https://www.youtube.com/watch?v=MtRihOBkMus
Das Video von DPLP:
https://www.youtube.com/watch?v=F0_Lwo1htOk&t=7s


Es erklingen die fünf Glocken der Evangelischen Stadtkirche in der Karlsruher Innenstadt, Bundesland Baden-Württemberg.

Stimmung: As° c' es' f' as'
Giesser: Gebr. Bachert, Karlsruhe
Gussjahr: 1957

"Während man sich also in mancher aufgeklärt scheinenden Stadt religiöser Meynungen wegen heimlich neckte und manch vornehme Schwachköpfe ihrer religiösen Glauben in ihrem politischen Wirken sichtbar werden liessen, läutete man zu Karlsruhe mit geweihten katholischen Glocken, gestiftet von einem lutherischen Fürsten zu einem reformierten Gottesdienste", schreibt der grossherzoglich badische Regierungsrat Theodor Konrad Hartleben im Jahre 1815 zum Lobe der Stadt Karlsruhe und seiner toleranten Bürger.
Die Evangelische Stadtkirche Karlsruhe verdankt ihre ersten Glocken dem Erlass von Grossherzog Karl Ludwig Friedrich von Baden und dieser "Stiftung". Als Folge der Säkularisierung 1806 wurden einige Klöster aufgehoben, darunter auch die Benediktinerabtei St. Blasien und das ehemalige Rechtsstift St. Georg in Villingen und auch die Glocken wurden enteignet. Als Folge kam aus St. Blasien die grösste Glocke des Gesamtgeläuts, die Osanna-Glocke, vermutlich mit dem Nominal As°. Sie wurde im Jahre 1781 vor dem Dom, unter der Ägide von Abt Martin Gebert II. einem der bedeutendsten Äbte von St. Blasien, gegossen.
Dem zweiten Teil des Grossherzoglichen "Geschenks" erhielt die Evangelische Stadtkirche kurz nach Fertigstellung des Glockenturmes im Jahre 1814 aus Villingen. Es waren sechs Glocken, die grösste, die Dreifaltigkeitsglocke hatte vermutlich den Ton c'. Noch vor der Weihe der Stadtkirche im Jahre 1816 wurde das mächtige siebenstimmige Geläut in den Turm, der auf ausdrücklichen Wunsch von Grossherzog Karl Friedrich erbaut wurde, aufgezogen.

Die grösste Glocke des Geläuts aus St. Blasien, wurde für den 2. Weltkrieg als Metallreserve beschlagnahmt und noch im Glockenturm zerschlagen. Die grosse Glocke des 1767 gegossenen Geläuts von St. Georg in Villingen wurde gemeinsam mit dem Turm Opfer des Bombenangriffes im zweiten Weltkrieg. Einige Glocken dieses Geläuts wurden bereits 1905 umgegossen oder Opfer des ersten Weltkrieges. Eine unsignierte Glocke mit dem Gussjahr 1767 trägt das Wappen des Benediktinerklosters St. Georg in Villingen, das sie als kleinere Schwester der zerbombten grossen Glocke ausweist. Die Glocke kehrte nach dem zweiten Weltkrieg vom Glockenfriedhof zurück, und wurde dann an die kleine Kirche am Marktplatz abgegeben. Vom ersten Stadtkirchengeläut hat nur diese Glocke beide Weltkriege überlebt.

Das neue fünfstimmige Geläut wurde 1957 in der Glockengiesserei Bacher Karlsruhe gegossen. Am Samstag, 11. Oktober 1958 trafen die Wagen mit den Glocken an der Stadtkirche ein. Zuvor war das festlich geschmückte Geläut unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung mit feierlichem Umzug durch die Stadt gezogen. Anlässlich der feierlichen Einweihung der aus den Ruinen wiedererbauten Weinbrennerkirche wurden am ersten Advent, das war der 30. November 1958, auch die Glocken durch ihre Weihe mit ihren ausgewählten Aufgaben betraut.

Daten zu den Glocken:

Glocke 1
Name: Totenglocke
Ton: As°
Gewicht: 4'940 Kg
Durchmesser: 2036 mm
Inschrift: "Ich lebe und auch ihr sollt leben"

Glocke 2
Name: Unser-Vater-Glocke
Ton: c'
Gewicht: 2'956 Kg
Durchmesser: 1631 mm
Inschrift: "Denn dein ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit in Ewigkeit"

Glocke 3
Name: Gebetsglocke
Ton: es'
Gewicht: 1'690 Kg
Durchmesser: 1356 mm
Inschrift: "Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet am Gebet"

Glocke 4
Name: Trauglocke
Ton: f'
Gewicht: 1'355 Kg
Durchmesser: 1240 mm
Inschrift: "Freut euch in dem Herrn, allewege der Herr ist nahe"

Glocke 5
Name: Taufglocke
Ton: as'
Gewicht: 809 Kg
Durchmesser: 1030 mm
Inschrift: "Der Bund meines Lebens soll nicht hinfallen"

So möchte ich mich bei Frau Pfarrerin Rauch recht herzlich für die Turmschlüssel, das Vertrauen und die Ermöglichung der Aufnahmen bedanken. Viel Freude mit dem Video!

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