Beschreibung der Videos
Es läutet das mächtige Geläut der reformierten Stadtkirche in Lenzburg. An diesem Tag waren die Server ausgefallen, so dass weder der Uhrschlag funktionierte noch das Geläute. So durfte ich an die Schalter und dieses schöne Geläute bedienen. Die neuen Klöppel, die die Glocken vor einiger Zeit erhielten und der hohe Läutwinkel verleihen dem Geläute einen mächtigen und lebendigen Klang, die Glocken aus den 30ern von Rüetschi tun ihr übriges.
Vor 1372 wurde erstmalig eine Kapelle in Lenzburg erwähnt. Diese brannte 1491 komplett ab. Diese wurde grösser mit Turm wieder aufgebaut. Ähnlich zu heute stand dieser mit Käsbissenabschluss versehene Turm im Osten der Kirche. Antoni Frymund erbaute 1601/02 den heute noch vorhandenen Turm, welcher etwas nach Norden versetzt wurde und so über das Kirchenschiff hinausstand. 1667/68 wurde die Kirche nach Norden und Süden grosszügig erweitert, womit der Turm wieder in die Mitte der Ostseite der Kirche rückte.
Im Turm der Kirche hing bis 1935 ein hochbedeutender Bestand aus 2 Glocken eines lothringischen Wandergiessers und zwei alten Glocken. Die älteste dieser Glocken von 1420, wurde ursprünglich 1491 nach dem Brand von der Kirche auf dem Staufberg ausgeliehen. Jedoch wollte man dieses bedeutende Geläute durch ein neues, mächtigeres Geläute ersetzen. Im Jahr 1934 bekam die neue katholische Kirche ein weitaus grösseres Geläute und man wollte dieses übertrumpfen. Die beiden grösseren Glocken hätten eingeschmolzen werden sollen. Durch einen glücklichen Zufall wurde das Geläute an die reformierte Kirche in Birmenstorf abgegeben, welche sich zu dieser Zeit im Bau befand. Der 300 Jahre alte Glockenstuhl wurde ebenfalls beibehalten, er wurde beim Fünfweier südlich von Lenzburg wieder aufgebaut. Die kleinste Glocke von 1519 des alten Geläutes kam 2019 wieder an die Kirchgemeinde zurück. Jedoch hat sie ton- (h') und platzmässig im Turm keine Verwendung. Jedoch möchte man diese auch nicht stumm ausstellen, nach einer läutenden Verwendung wird noch gesucht.
Daten zum Geläut:
Disposition: as° c' es' f' g' b'
Gussjahr: 1935 von Rüetschi
Ein herzlicher Dank geht an den Kirchenpflegepräsidenten für die Erlaubnis der Besteigung und das Läuten an diesem Tag.
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Die Gethsemanekirche ist eine evangelische Kirche im Berliner Bezirk Pankow und steht im Helmholtzkiez des Ortsteils Prenzlauer Berg. Sie wurde 1891–1893 nach Plänen von August Orth erbaut und verdankt ihre Bedeutung nicht zuletzt ihrer Rolle während der friedlichen Revolution in der DDR im Herbst 1989. Sie ist im 21. Jahrhundert eine von drei von der Evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord im Kirchenkreis Berlin Stadtmitte genutzten Kirchen sowie eine von vier Predigtstätten.
LAGE UND UMFELD:
Die Gethsemanekirche steht an der Stargarder Ecke Greifenhagener Straße im Norden des Ortsteils Prenzlauer Berg, rund 100 m östlich der Schönhauser Allee in der Nähe des gleichnamigen Ring- und U-Bahnhofs. Die Kirche ist nach Osten ausgerichtet, der Westturm bildet die Schaufassade zur genannten Straßenkreuzung hin. Die Gethsemanestraße umschreibt den Chor und die Nordseite der Kirche und bildet mit den anderen beiden Straßen einen Platz, in dessen Mitte die Kirche steht.
Die Fassaden der den Platz begrenzenden Wohnhäuser gehören zu den prächtigsten in Prenzlauer Berg, einem als Arbeiterviertel entstandenen Bezirk, der im Vergleich zu den westlichen Gründerzeitbezirken Berlins, etwa Charlottenburg oder Schöneberg, weniger repräsentativ gestaltete Wohnhäuser aufweist.
Die Kirche bildet eine markante städtebauliche Dominante, die Stargarder Straße besitzt in Höhe der Kirche einen leichten Knick, sodass der Turm im ganzen Verlauf der Straße am Ende der Sichtachse zu sehen ist.
Die Wohnviertel der Umgebung, die
Quartiere Helmholtzplatz und Falkplatz, erlebten seit 1990 einen weitgehenden Austausch der Bevölkerung, diese besteht heute aus weit überdurchschnittlich vielen jungen Erwachsenen und jungen Familien.
BAUGESCHICHTE:
Das rasante Wachstum Berlins Ende des 19. Jahrhunderts erzeugte großen Bedarf nach immer neuen öffentlichen Einrichtungen für die neu anzusiedelnde Bevölkerung. Im wenig wohlhabenden Norden Berlins, von einfachen, dicht gebauten Wohnhäusern („Mietskasernen“) geprägt, bildeten die Gotteshäuser neuer Kirchengemeinden neben den zahlreich entstehenden Schulen, die einzigen städtebaulichen Dominanten. Die Gethsemanekirche erhielt, wie auch andere evangelische Kirchen, einen repräsentativen Standort auf einem Quartiersplatz, während viele Kirchen, erst recht die katholischen Kirchen mit gewöhnlichen Wohnhausgrundstücken vorliebnehmen mussten.
Zu den größten Grundeigentümern im Norden Berlins gehörte damals Wilhelm Griebenow, der bereits 1823 das große Teile des heutigen Ortsteils umfassende Königliche Vorwerk vor dem Schönhauser Tor erworben und durch Parzellierung und Verkauf des Geländes ein beachtliches Vermögen erwirtschaftet hatte. Seine Witwe Caroline schenkte der Gemeinde das Grundstück an der Stargarder Straße und ermöglichte damit den Bau der Gethsemanekirche. Am 20. März 1891 fand die feierliche Grundsteinlegung statt und schon zwei Jahre später, am 26. Februar 1893, konnte die Kirche eingeweiht werden. Die neue Kirchengemeinde war eine Tochtergründung der Zionsgemeinde, deren Kirche 1866–1873 ebenfalls von August Orth erbaut worden war. Den Namen Gethsemane bestimmte der zur Weihe anwesende Kaiser Wilhelm II. Die Kirche erhielt 1893 eine Orgel von Wilhelm Sauer aus Frankfurt (Oder). Sie besaß 30 Register auf zwei Manualen und dem Pedal.
Im Jahr 1927 erfolgte eine erste Renovierung des Kircheninneren. Bei dieser Aktion erhielt die Gemeinde eine neue Orgel. Die zuerst installierte Sauer-Orgel wurde dabei durch ein Instrument mit elektropneumatischer Traktur aus der Potsdamer Orgelbauwerkstatt von Alexander Schuke ersetzt, das mit 56 Registern auf drei Manualen und Pedal ausgestattet war. Dieses wiederum wich 1973 einer Jehmlich-Orgel mit 25 Registern.
Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Buntglasfenster zerstört und wurden bald nach Kriegsende ersetzt. Im Jahr 1961 gestaltete man den Innenraum komplett um: der Altar rückte aus der Apsis mehr in die Kirchenmitte, die beiden Querschiffe wurden vom Hauptschiff getrennt. Die Wände und Decken erhielten einen weißen Anstrich.
Nachdem im Jahr 2009 Steine vom Turm auf einen Gehweg stürzten, wurde die Gethsemanekirche 2015/2016 für 1,2 Millionen Euro saniert.
GLOCKEN:
Im Turm hängen drei Gussstahlglocken der Glockengießerei Bochumer Verein aus dem Baujahr der Kirche. In einer Inventarliste der Gießerei sind folgende Angaben zu finden: das dreistimmige Geläut kam in eine quadratische Glockenstube, die eine Seitenlänge von 5,60 m hat. Die Herstellung aller drei Glocken samt Zubehör wie Klöppel, Achsen, Lager und Läutehebel kostete 7230 Mark.
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Vielen Dank an den Kirchwart Herrn Kranz für die Weiterleitung, sowie an den Pfarrer Kuske für die Aufnahmeerlaubnis und an die Gemeindeleitung für die Erlaubnis zum veröffentlichen.
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