Beschreibung der Videos

Die evangelisch-lutherische Christuskirche in Meran wurde von 1883 bis 1885 erbaut.

Glocken
Im ersten Weltkrieg wurden die Glocken der Kirche für Kriegszwecke eingeschmolzen.

1925 goss Luigi Colbacchini in Trient vier neue Bronzeglocken. 20xx wurde die Glockenanlage saniert und die Glocken an Holzjoche gehängt und mit neuen Läutemaschinen ausgestattet. Im Jahr 2025 feierten die Glocken ihren 100. Geburtstag.

Daten der Glocken:

Glocke 1
Material: Bronze
Schlagton: es'
Gussjahr: 1925
Gießer: Luigi Colbacchini, Trient
U.D.: 130,2 cm

Glocke 2
Material: Bronze
Schlagton: f'
Gussjahr: 1925
Gießer: Luigi Colbacchini, Trient
U.D.: 115 cm

Glocke 3
Material: Bronze
Schlagton: as'
Gussjahr: 1925
Gießer: Luigi Colbacchini, Trient
U.D.: 96,7 cm

Glocke 4
Material: Bronze
Schlagton: c"
Gussjahr: 1925
Gießer: Luigi Colbacchini, Trient
U.D.: 75 cm

Diese Aufnahme entstand am Dienstag, dem 7. Oktober 2025 zu einem Sonderläuten.

Programm:
0:00 Bilder der Kirche mit Teilgeläut
1:31 Glocke 4
3:05 Glocke 3
4:33 Glocke 2
6:07 Glocke 1
7:36 Vollgeläut


0:08 Einzelläuten
7:07 Vollgeläut

Gutenberg, zugehörig zur Gemeinde Petersberg, ist ein malerisch in einem Seitental der Götsche gelegenes Dorf. 952 wurde der Ort erstmals als Tobragora (Guter Berg) erwähnt und war ursprünglich ein Rundlingsdorf, dessen Häuer sich rund um den etwa 25m hohen Berg lagerten, auf dem eine slawische Holzburganlage sich befand. Heute hat das Dorf seine Ausdehnung erheblich vergrößert. Auf dem Berg erstreckt sich heute der Friedhof, welcher einen kommunalen und einen kirchlichen Teil in sich vereint. Im Zentrum dieses Friedhofes erhebt sich gleichsam als Bekrönung des Dorfes die um 1200 erbaute Kirche St. Nicolai. Die typische Saalkreisarchitektur mit breitem Westquerturm mit Satteldach samt einschiffigem Kirchsaal findet sich auch in dieser Kirche wieder. In der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die Kirche erweitert, erhielt u.a. einen dreiseitigen Chorabschluss, sowie einen Schnitzaltar, von dem heute noch eine kleine Figur sowie ein Kruzifix in T-Form erhalten ist. Der Taufstein entstand nahezu zeitgleich mit dem fast lebensgroßen Epitaph im Jahr 1556. In barocken Zeiten wurde das Innere durch eine umlaufende Hufeisenempore samt Orgelprospekt und einen frühklassizistischen Kanzelaltar weiter modifiziert. Im 19. Jahrhundert erhielt die Kirche den heutigen Eingangs-Anbau, sowie höhere Rundbogenfenster und einen Dachreiter auf dem Turm. Bemerkenswert ist die massive Eingangstür, durch die man heute den Kirchenraum betritt. Sie besteht aus massiven Eichenbohlen mit kunstvollen Metallbeschlägen. Ende des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche grundlegend saniert.
Die Orgel in einem barocken, kleinen Prospekt wurde durch die Firma Rühlmann erbaut und die hallenser Firma Bennemann nach Gutenberg umgesetzt und in der Disposition modifiziert - weiter lässt sich ihre Geschichte (noch) nicht verfolgen - der Verfasser ist darum aber bemüht, hier Licht ins Dunkel zu bringen. Auf mechanischen Schleifladen besitzt die Orgel 11 Register auf einem Manual und Pedal und wird regelmäßig gespielt.


Die campanologische Geschichte der Kirche St. Nicolai in Gutenberg reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück, als die heutige kleinste Glocke von einem unbekannten Gießer gefertigt wurde. Die Glocke zeigt keinerlei Inschrift, dafür aber zwischen zwei Stegpaaren eingegossene Münzen/Medaillons mit Kruzifix, welche auch auf der Flanke zu finden sind und eine gewisse Verwandschaft zur Glocke in Sylbitz zeigen, allerdings deutlich größer sind. Daneben ist die kleine Glocke mit Kruzifixen versehen, welche ebenfalls zwischen den Stegen und auf der Flanke verteilt zu finden sind. Sie erhielt sicher zur damaligen Zeit noch zwei Schwestern, die im Laufe der Zeit aber verloren gingen und möglicherweise zu Barockzeiten umgegossen wurden. Im 2. Weltkrieg mussten zwei Glocken abgegeben werden, die kleinste durfte als besonders wertvoll im Turm verbleiben. 1962 entschloss man sich zur Anschaffung von zwei Eisenhartgussglocken, die durch die Firma Schilling&Lattermann gegossen wurden. Im Zuge dessen wurde auch die kleine Glocke an ein gekröpftes Stahljoch gehängt und mit Gegengewichtsklöppel versehen. Alle Instrumente blieben handgeläutet. Interessanterweise weisen die Glocken von S&L keine irgendwie zur Kirche passende Inschrift auf, sondern liegen auch von den sonst üblichen Inschriften der selben Gießerei weit entfernt. 2020 begann die Überholung der Anlage, inmitten derer die vorliegende Aufnahme entstand - die kleine Glocke wurde an ein gerades Holzjoch unter Beibehaltung des Gegengewichtsklöppels gehängt und elektrifiziert. Auch die beiden Eisenglocken sollen elektrifiziert werden, zum Zeitpunkt der Aufnahme erklangen sie zum wohl letzten Mal handgeläutet.

Die verschiedenen Glocken mischen sich erstaunlich gut, auch wenn das Klangbild ein sehr eigenartig und nicht unbedingt ansprechendes ist.
Ein herzliches Dankeschön sei der Gemeinde Teicha sowie David Joram für die Erlaubnis der Dokumentation gesagt!


Glocke 3
Unbekannter Gießer, 13./14. Jahrhundert
Durchmesser: 74,5cm
Schlagton: d''
Zier: an der Schulter zwei Stegpaare, dazwischen Medaillons und
Kruzifixe eingegossen, welche auch auf der Flanke sich finden,
am Wolm drei Stege

Glocke 2
Schilling&Lattermann, 1962
Durchmesser: 92,3cm
Schlagton: c''
Zier: auf der Flanke vorne in Großbuchstaben "ST MICHAELIS GLOCKE"
an der Schulter halbumlaufend in Großbuchstaben Der Engel des
Herrn lagert sich um die her so ihn fürchten und hilft ihnen aus.
Auf der Rückseite an der Schulter Gießerzeichen und Jahreszahl

Glocke 1
Schilling&Lattermann, 1962
Durchmesser: 128cm
Schlagton: fis'
Zier: auf der Flanke vorne in Großbuchstaben: "ST MARIEN GLOCKE"
an der Schulter halbumlaufend: Meine Seele erhebt den Herrn und
mein Geist freuet sich Gottes meines Heilandes.
Auf der Rückseite an der Schulter Gießerzeichen und Jahreszahl


Video, Audio, Schnitt und Ton: JRorgel, 2020
Alle Verwendung von Daten, Bildern und Texten bedarf meiner Genehmigung.

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