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Die evangelische Dreifaltigkeitskirche im Berliner Ortsteil Lankwitz ist das unter Denkmalschutz stehende Kirchengebäude der dortigen Dreifaltigkeitskirchengemeinde. Umgangssprachlich wird sie auch Lankwitz-Kirche genannt und gibt dadurch diesen Namen unter anderem den örtlichen Bushaltestellen.


GESCHICHTE:


Die Bevölkerungsdichte in der damals zum Landkreis Teltow gehörigen selbständigen Landgemeinde Lankwitz war um 1900 derart stark angestiegen, dass die Kapazitäten der Lankwitzer Dorfkirche nicht mehr ausreichend waren und die (am 1. Oktober 1894 vom Pfarrsprengel von Schöneberg abgezweigte) Evangelische Kirchengemeinde Lankwitz daher den Bau eines neuen Kirchengebäudes beschloss. Nachdem die Kirchengemeinde am 7. Juni 1903 ein Ersuchen auf Erteilung einer Baugenehmigung bei der Königlich Kaiserlichen Bauinspektion eingereicht hatte, erteilte die Baubehörde am 28. August 1903 die Genehmigung zum Beginn der Fundamentarbeiten. Am 22. Oktober 1903, dem Geburtstag von Kaiserin Auguste Viktoria, war Baubeginn nach einem Entwurf des Geheimen Regierungsrats Ludwig von Tiedemann unter Mitwirkung des Königlichen Regierungsbaumeisters Robert Leibnitz. Die offizielle Grundsteinlegung fand jedoch erst am 26. Juni 1904 unter Teilnahme hoher staatlicher kirchlicher Würdenträger statt. Die Bauleitung oblag dem Königlichen Regierungsbaumeister Dähne, die Bauausführung dem Maurermeister Aßmann/Assmann und dem Lichterfelder Maurer- und Zimmermeister Hermann Dorn, der u. a. heute denkmalgeschützte Villen in Zehlendorf (Ahrenshooper Zeile 57 und 59) entwarf und errichtete. Das Richtfest wurde am 23. März 1905 mit 93 Gästen einschließlich der Handwerker begangen. Am 11. Juni 1906 erfolgte die Kirchweihe durch Generalsuperintendent Wilhelm Faber in Anwesenheit des Prinzen August-Wilhelm von Preußen als Vertreter der Kaiserin. Die Kirche bot damals 900 Sitzplätze (heute rund 600) für die zu dieser Zeit rapide wachsende Zahl von Gemeindemitgliedern.

Der 55 Meter hohe Kirchturm wurde am 6. Februar 1919 von einem Kurierflugzeug der Luftpost Berlin–Weimar bei einer durch einen Motorschaden bedingten Notlandung auf der Kaiser-Wilhelm-Straße gerammt, wodurch die Turmspitz beschädigt wurde. Die Kirchengemeinde wurde für diesen Schaden mit 3500 Mark entschädigt.

Nachdem das Planungsverfahren für ein Gemeindehaus jahrelang durch Unstimmigkeiten und konträre Vorstellungen innerhalb der Kirchengemeinde verschleppt worden war, konnte die Gemeinde am Ostermontag des Jahres 1932 die Einweihung des neben der Kirche errichteten großen Gemeindehauses feiern. Heute ist das in der Gallwitzallee 4 und 6 gelegene Gemeindehaus im Ensemble mit der Kirche denkmalgeschützt.

Die Großgemeinde Evangelische Kirchengemeinde Lankwitz wurde am 1. Januar 1963 in vier selbständige Kirchengemeinden aufgeteilt: die Dreifaltigkeitskirchengemeinde (drei Pfarrstellen), Dorfkirchengemeinde (eine Pfarrstelle), Paul-Schneider-Gemeinde (drei Pfarrstellen) und Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde (eine Pfarrstelle). Seit 2010 geben diese vier Gemeinden eine gemeinsame Gemeindezeitung (Kirchenfenster mit einer Auflage von 6450 Exemplaren) statt der jeweiligen Gemeindeblätter heraus. Im Dezember 2012 folgte der Zusammenschluss der vier evangelischen Kirchengemeinden zum Pfarrsprengel Lankwitz; die Zentralküsterei ist im Gemeindehaus der Dreifaltigkeitskirche angesiedelt.


GLOCKEN:


Während des Ersten Weltkriegs, am 4. Juni 1917, wurden die drei bronzenen Kirchenglocken (gestimmt in des – f – as) als Metallspende für den Bau von Kanonen vereinnahmt. Nach Kriegsende wurden drei neue Eisenhartguss-Glocken von Schilling & Lattermann angeschafft und am 31. August 1919 in einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht.


es‘

AUS TIEFER NOT SCHREI ICH ZU DIR.
ERZ GAB ICH, EISEN EMPFING ICH.


g‘

DENNOCH BLEIBE ICH STETS AN DIR, MEIN GOTT! PSALM 73,28 +
ERZ GAB ICH, EISEN EMPFING ICH.


b‘

HOFFE AUF DEN HERRN + UND TUE GUTES + PSALM 37,3.
ERZ GAB ICH, EISEN EMPFING ICH.



Ein Herzliches Dankeschön an die Pfarrerin Fr. Schaller für die Organisation
der Turmbesteigung, sowie an Herr Gaub für die Begleitung.


Die Erlöserkirche ist ein evangelisches Gotteshaus im Berliner Ortsteil Rummelsburg, das von 1890 bis 1892 errichtet wurde. Es steht zusammen mit dem Pfarrhaus unter Denkmalschutz.


GESCHICHTE:


Im Jahr 1889 entstand die politisch selbstständige Landgemeinde Boxhagen-Rummelsburg, die aus dem Gutsbezirk Boxhagen, der Rummelsburger Heide am Rummelsburger See und dem Lichtenberger Kietz gebildet wurde. Bei der Gründung wohnten hier schon rund 11.000 Menschen. Somit entstand bereits am 4. Mai 1890 eine eigene Parochie mit der evangelischen Erlöser-Gemeinde. Noch am gleichen Tag nahm die Kaiserin Auguste Viktoria die Grundsteinlegung für eine neue Kirche vor.

Der Kirchenbau geht auf Entwürfe der Architekten Conrad Wilhelm Hase und Max Spitta zurück, die mit einem großen Gebäude im neugotischen Stil der wachsenden Kirchengemeinde im dicht besiedelten Arbeiterviertel Boxhagen-Rummelsburg ein neues Haus bescherten, das am 21. Oktober 1892 eingeweiht wurde. Im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin befinden sich die Originalpläne zur Kirche und zum Gemeindehaus.

Grundriss der Erlöserkirche, 1894
Die Baukosten der Kirche von etwa 230.000 Mark (kaufkraftbereinigt in heutiger Währung: rund 1,86 Millionen Euro) kamen teilweise von Kaiser Wilhelm II. und seiner Gemahlin Auguste Victoria sowie aus Spendensammlungen von eigens gegründeten Vereinen: dem Evangelisch-kirchlichen Hülfsverein (1888) und einem Kirchenbauverein (1890). Freiherr von Mirbach (auch „Glockenaujust“ genannt) zitierte Kaiserin Auguste Viktoria (im Berliner Volksmund: „Kirchenjuste“): „Ich habe bestimmt, dass für die Gestalt derselben die von Prof. Conrad Hase erbaute Apostelkirche in Hannover zum Muster zu nehmen ist.“

Die Erlöserkirche ist die erste von 52 Kirchen, die im Rahmen eines großangelegten Kirchenbauprogramms fertiggestellt wurde. Das Kaiserpaar besuchte diese Kirche nach ihrer Fertigstellung häufig. Die beiden prächtigen Stühle, die sie bei ihren Besuchen benutzten, sind noch immer vorhanden und dienen heute bei Hochzeiten dem Brautpaar.

Da nicht nur die geistige, sondern auch die materielle Not der Menschen zu lindern war, entstand bereits in den Jahren 1892/1893 nebenan das Gemeindehaus in zur Kirche passenden neugotischen Formen. Die Pläne hierzu stammen ebenfalls von Max Spitta. Das Gemeindezentrum beherbergte eine Suppenküche, eine Krankenstation und – wie es damals hieß – eine „Kleinkinderbewahranstalt“, die es immer noch gibt – es ist die evangelische Kindertagesstätte, die 1894 eröffnet wurde und 1992 ein neues Haus erhielt.

In den 1980er Jahren wurde die Kirche bekannt durch – von Polizei und Staatssicherheit ständig überwachten – Aktivitäten der DDR-Friedensbewegung. So war die Kirche Ort für mehrere Blues-Messen als auch ein Treff- und Veranstaltungs-Ort für Punks. Im Herbst 1989 gingen Bilder von Protestveranstaltungen und Fürbittgottesdiensten um die ganze Welt.[12] Zusätzlich spielten streng geheim im März 1983 Die Toten Hosen gemeinsam mit der ostdeutschen Punk-Band Planlos, in der Schauspieler Bernd Michael Lade Schlagzeug spielte, ohne Genehmigung und ohne Gage ein Konzert in der Kirche. Sie reisten dazu unerkannt als Touristen in die DDR ein. 2022 entstand dazu der Dokumentarfilm Auswärtsspiel – Die Toten Hosen in Ost-Berlin.

Danach wurde es ruhiger um die Kirche. Die Christengemeinde kümmerte sich nun wieder mehr um Soziales, organisierte Konzerte und Gesprächsrunden und gründete einen Chor mit einer eigenen Kinderabteilung, der seit September 2001 durch den Förderverein des Chores der Erlöserkirche e. V. tatkräftig unterstützt wird.
Seit 2001 ist die Erlöserkirche eine von vier Predigtstätten der Paul-Gerhardt-Gemeinde Berlin-Lichtenberg, die zum Kirchenkreis Lichtenberg-Oberspree im Sprengel Berlin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz gehört.


GLOCKEN:


Das dreistimmige Geläut aus Gussstahl, hergestellt vom Bochumer Verein, wurde mittels eines Antifriktionslagers aufgehängt. Die Herstellung der Glocken samt Zubehör wie Klöppel, Achsen, Lager und Läutehebel kostete 5651 Mark. Der Glockenguss geht auf eine Stiftung des Commercienraths Baare aus Bochum zurück.

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Ein herzliches Dankeschön an den Pfarrer Hr. Schirr für die Erlaubnis, die Turmbesteigung, sowie für das gesonderte einschalten der Glocken.

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