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Es läuten die 5 Glocken der Pfarrkirche zum Hl. Gallus aus Weer im Tiroler Unterinntal.

Stimmung:

d' fis' a' h' d''

Gießer: Glockengießerei Grassmayr, Innsbruck (1948)

Die Gemeinde Weer liegt im Unterinntal etwa 20 km östlich von Innsbruck auf einer Seehöhe von 558 m ü. A.

Direkt westlich an Weer anschließend liegt die Gemeinde Kolsass, getrennt durch den Weerbach, der die Gemeindegrenze sowie auch die Grenze zwischen den Bezirken Innsbruck-Land und Schwaz bildet.

Das erst 1954 zur Pfarre erhobene Weer war ursprünglich eine Expositur der Pfarre Kolsass und dem Stift Fiecht bei Schwaz unterstellt. Schon im 8. Jahrhundert bestand wohl eine erste, zu einem Hof gehörende Eigenkirche. Vermutet wird ein Neubau im 13. Jahrhundert. Im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts wurde dann eine größere spätgotische Kirche errichtet, von der der Turm im südlichen Chorwinkel und die Chorfundamente in den barocken Neubau von 1778 übernommen worden sind. Dieser wurde am 5. Juli 1781 geweiht.

Im Grundriss dürfte die Weerer Kirche im wesentlichen auf den spätgotischen Vorgänger zurückzuführen sein, mit etwas eingezogenem Chor im 5/8-Schluss und Saal-Langhaus. Das Innere ist durch die systematisch pilastergegliederten Wände mit kräftigem umlaufenden Gebälk geprägt. In das Gewölbe darüber schneiden hohe Schildbögen ein, so dass sich je vier Bögen ergeben, die die gemalten Scheinkuppeln über Chor und Langhaus zu tragen scheinen. Als Baumeister, der lange nicht bekannt war, wird heute Johann Michael Umlauf identifiziert, ein vormaliger Mitarbeiter des Franz de Paula Penz.

Hochaltar

Der reich bewegte Aufbau über sechs Säulen mit kräftig geschwungenem Gebälk und Auszug erstreckt sich mit den Opfergangsportalen über die ganze Breite des Chors, im Aufbau deutlich an den Hochaltar von Götzens angelehnt. Das Altarbild Zeillers zeigt den Kirchenpatron Gallus in Verehrung Mariens und des Jesuskindes. Die flankierenden Standfiguren von sechs Heiligen und die Figuren des Auszugs, Gottvater im Strahlenkranz zwischen Engeln, sind qualitätvolle Arbeiten eines unbekannten Bildhauers.

Die Seitenaltäre wurden von Josef Anton Renn mit Unterstützung seines Schülers Johann Giner d. Ä. geschaffen.

Deckenfresko: Der hl. Gallus beim Bau des Klosters, Langhaus, westliche Kuppel

Die Folge der Deckenbilder – drei Scheinkuppeln und zugehörige Zwickelbilder – wird eingeleitet von der Geschichte des Kirchenpatrons Gallus, hier noch in recht gedämpften Farben, die sich bei den folgenden beiden Kuppelfresken schrittweise aufhellen. Dargestellt ist der Heilige in einer Landschaftsszenerie als Abt (der er tatsächlich nie gewesen ist) des sich im Bau befindlichen Klosters St. Gallen. Die Präsentation des Bauplans bedeutet dabei so viel wie der Akt der Gründung. Das teils über der Orgelempore befindliche Kuppelfresko ist auf die Sicht nach Westen angelegt.

Deckenfresko: Der hl. Gallus heilt eine Besessene, Langhaus, östliche Kuppel

In der Tradition Andrea Pozzos ist das östliche Langhausfresko angelegt, doch bleibt die monumentale Scheinarchitektur der Kuppel nicht geschlossen, sondern eröffnet einen Ausblick in eine ganze Folge von überkuppelten Räumen. Die prachtvollen, äußerst monumentalen Architekturkulissen überhöhen die dargestellte Szene aus der Gallus-Legende mit der Heilung einer Besessenen zum Triumph von Kirche und Heilsgeschichte.

Deckenfresko: Verherrlichung Mariens, Chorkuppel

Im Chorfresko ist ein reiner Heiligenhimmel dargestellt, der ohne Architekturversatzstücke oder Landschaft auskommt. Die Komposition um die verehrte Maria inmitten der vierzehn Nothelfer besteht aus Personengruppen, die weniger der Kreisform folgen als auf den Wolken wie auf Theaterrängen angeordnet sind. Die irdische Sphäre der westlichen beiden Fresken ist hier verlassen, die Herrlichkeit des Himmels kommt in hellen, duftigen Farben zum Ausdruck.

Die Rokoko-Kanzel ist vermutlich ein Werk von Josef Stapf. Der schwungvoll profilierte, stark eingezogene Korb ist mit feingliedrigem Laub- und Schnörkelwerk geschmückt und trägt drei Putten als Allegorien von Glaube, Hoffnung und Liebe. Auf dem Schalldeckel sitzen die vergoldeten Figuren von Petrus und Paulus, neben sich die geschnitzten Symbole der vier Evangelisten. Im Zentrum befindet sich das Lamm Gottes auf dem Buch mit sieben Siegeln über den Gesetzestafeln, darüber eine Krone und ein von der Taube des Heiligen Geistes ausgehender Gnadenstrahl, bekrönt vom Auge Gottes.

Den Kreuzweg im Stil des Frühklassizismus schuf Josef Schmutzer 1780.

Das Rokoko-Orgelprospekt auf der geschwungenen Empore stammt vermutlich von Josef Stapf. Bei der Erweiterung des Gehäuses 1920 wurde ein Werk von Karl Reinisch eingebaut.

Quellen: (https://baroqueart.museumwnf.org/database_item.php?id=monument;BAR;at;Mon11;22;de) und (https://de.wikipedia.org/wiki/Pfarrkirche_Weer)

Herzlich bedanken möchte ich mich hiermit beim netten Mesner von Weer sowie bei meinem Begleiter!


Es läuten die 4 Glocken der Neuen Pfarrkirche zum Hl. Kreuz aus Kiefersfelden im oberbayerischen Landkreis Rosenheim im Bundesland Bayern.

Stimmung:

H° dis' fis' gis'

Gießer:

Gl. 1-3 Glockengießerei Karl Czudnochowsky, Erding (1950)
Gl. 4 Glockengießerei Franz Schilling, Apolda (1924)

Die Gemeinde Kiefersfelden (kurz Kiefer genannt) liegt im bayerischen Teil des Unterinntals auf einer Seehöhe von 484 m ü. NHN.
Direkt südlich von Kiefersfelden liegt die Stadt Kufstein, getrennt durch den Inn, der hier die Grenze zu Tirol bzw. Österreich bildet.

Die Pfarrkirche Hl. Kreuz in Kiefersfelden wurde von Pfarrer Gierl wegen der Platznot in der alten Kirche am Buchberg geplant. Die Grundsteinlegung für die Kirche war am 10. Juli 1904, die Einweihung der Kirche war am 5. Mai 1907.

Der Architekt Johann Baptist Schott entwarf die Baupläne im neubarocken Stil.

Für die Ausstattung der Kirche sorgte das in Kiefersfelden ansässige Marmorwerk mit einem prächtigen Altar und später mit den beiden Seitenaltären.

Der Marmoraltar wurde 1905 bei der Ausstellung in Nürnberg mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.
Deckenfresken von Waldemar Kolmsperger 1926 (Triumph des Kreuzes mit zeitgenössischen Personen, Vision Kaiser Konstantins, Kreuzauffindung durch Helena).
Am Hochaltar Darstellung der Kreuzauffindung durch Kaiser Heraklius (Ursprung des alten Patroziniums am 3. Mai) von Hugo Huber.

Zwei Weltkriege und Notzeiten bewirkten, dass die Innenausstattung der Kirche erst 1946 mit der Fertigstellung der Seitenaltäre durch die Marmorindustrie Kiefer AG endgültig ihr heutiges Aussehen gewann.

Im Mai 2007 konnte das hundertjährige Jubiläum der Kirchweihe gefeiert werden.

Quelle: (https://www2.erzbistum-muenchen.de/pfarrei/pv-oberes-inntal/Pfarrei_Kiefersfelden/Kirchen-Kapellen/HL-Kreuz)

Danken möchte ich hiermit dem freundlichen Mesner von Kiefersfelden!

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