Beschreibung der Videos
Es läuten die vier #Glocken der Ev.-Luth. Kirche St. Matthäus in Neuhaus, einem Ortsteil des mittelfränkischen Marktes Adelsdorf zwischen Erlangen und Höchstadt.
Am Übergang vom Seebachgrund zum Aischgrund liegt auf einer Anhöhe das Dorf Neuhaus, seit der Reformation das Zentrum der Evangelischen in der Region.
Die Ursprünge der Neuhauser Matthäuskirche liegen in einer mittelalterlichen Wehranlage, deren Ursprünge noch in den Grundmauern des Chorturmes zu erkennen sind.
Die erste Erwähnung der Pfarrei, und damit der Kirche ist auf das Jahr 1336 datiert, somit zählt sie zu den ältesten der Gegend. Im Mittelalter entwickelte sich die Kirche zu einer Wallfahrtsstätte zum Hl. Kreuz. Mit dem Gutsherrn Wolf von Crailsheim wurde Neuhaus samt Kirche 1545 protestantisch.
1604 wurde die neue Kirche, unter Erhaltung des alten Chorturmes errichtet. Die Ausstattung (Altar und Taufstein) stammen aus dieser Zeit. Typisch fränkisch, wurden Dachliegefenster in das Deckengewölbe eingebaut.
Die sehr geräumige Glockenstube im Chorturm beherbergt ein äußerst wertvolles vierstimmiges Geläut. Die drei kleinen alten Glocken bilden, gemeinsam mit der Nachkriegsglocke aus der Werkstatt von Friedrich Wilhelm Schilling, einen der campanologischen Höhepunkte unseres Landkreises. Die Glocken aus dem 17. Jahrhundert haben den Krieg und die Zerstörung des Turmes glücklicherweise nahezu unbeschadet überstanden.
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a'-h'-d''-f''
Glocke 1
Friedensglocke
Ton: a'
Gewicht: 532 kg
Durchmesser: 91,5 cm
Gießerei: F.W. Schilling, Heidelberg
Gussjahr: 1966
Inschrift: + GOTT GEBE UND IMMER FRIEDEN +
Glocke 2
Vaterunserglocke
Ton: h'
Gewicht: 370 kg
Durchmesser: 85 cm
Gießer: Hans Pfeffer, Nürnberg
Gussjahr: 1616
Inschrift: HANS * PFEFFER * IN * NVRNBERG * GOS * MICH * ANNO * MDCXVI (*=Glocke)
Glocke 3
Sterbeglocke
Ton: d''
Gewicht: 165 kg
Durchmesser: 65,5 cm
Gießer: Leonhard Löw, Nürnberg
Gussjahr: 1649
Inschrift: VERBVM - DOMINI - MANET - IN - ATERNUM * ME - FECIT - LEONHARDT LOEW - IN - NVRNBERG - ANNO 1649
Glocke 4
Taufglocke
Ton: f'' (erhöht)
Gewicht: 95 kg
Durchmesser: 54,5 cm
Gießer: Leonhard Löw, Nürnberg
Gussjahr: 1651
Inschrift: SOLI DEO GLORIA - ME - FECIT - LEONHARDT LOEW - IN - NVRNBERG - ANNO 1651
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An dieser Stelle ein Herzliches Dankeschön an den Pfarrer und die Mesnerin der Kirchengemeinde Neuhaus-Adelsdorf für die Ermöglichung der Aufnahme.
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Mit diesem doch recht freudigen Geläut wünsche ich einen gesegneten Sonntag Laetare. Freuet euch!
#glocken #steiermark #kapfenstein
Es sind die drei Glocken der Pfarrkirche zum hl. Nikolaus aus Kapfenstein in der Südoststeiermark zu sehen und zu hören.
Programm:
00:55 Glocke 3
02:06 Glocke 2
03:24 Glocke 1
04:50 Vollgeläute
Das kleine Dorf Kapfenstein liegt im südoststeirischen Hügelland an einem erloschenen Vulkankegel. Prägend für das Ortsbild sind das Schloss Kapfenstein, sowie die Pfarrkirche zum hl. Nikolaus. Die Geschichte der Kirche reicht bis in das Hochmittelalter zurück. Bereits im 12. Jahrhundert wird eine Kirche in Kapfenstein erwähnt. Die Pfarre entwickelte sich eng mit der Burg und der Herrschaft Kapfenstein, die über Jahrhunderte das politische und wirtschaftliche Zentrum der Umgebung bildete. Die Kirche war zunächst eine Eigenkirche der Burgherren und gewann später als Pfarrkirche für die umliegende Bevölkerung an Bedeutung. Der heutige Bau weist noch Reste seiner mittelalterlichen Ursprünge auf. Besonders der Chor und Teile der Mauern stammen aus der gotischen Bauperiode. Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts wurde die Kirche jedoch umfassend umgebaut und barockisiert. Diese Umbauten erfolgten nach kriegerischen Auseinandersetzungen und Zerstörungen, die die Region in der frühen Neuzeit wiederholt heimsuchten. Dadurch entstand die charakteristische Verbindung von gotischer Bausubstanz und barocker Ausstattung, die das Erscheinungsbild der Kirche bis heute bestimmt. Der Innenraum wird vom barocken Hochaltar beherrscht, der dem Kirchenpatron, dem Heiligen Nikolaus, gewidmet ist. Ergänzt wird der Hochaltar durch mehrere Seitenaltäre mit Darstellungen verschiedener Heiliger, die im Barock eine wichtige Rolle in der Volksfrömmigkeit spielten. Besonders bemerkenswert sind die barocken Schnitzarbeiten und Figuren, die den Kirchenraum schmücken. Die Kanzel, die Altäre und zahlreiche Heiligenstatuen stammen aus verschiedenen Epochen und zeugen von der langen Geschichte der Kirche. Auch die Gewölbe und die Gestaltung des Chorraumes tragen zur feierlichen Atmosphäre des Innenraums bei. Historische Grabdenkmäler und Gedenktafeln erinnern zudem an frühere Geistliche und bedeutende Persönlichkeiten der Region. Die heutige Orgel wurde 1901 von Orgelbaumeister Matthäus Mauracher II. aus Graz erbaut.
Der Turm der Pfarrkirche St. Nikolaus in Kapfenstein ist an den Chor angebaut und besitzt einen weithin sichtbaren Spitzhelm. Vom Geläute der Kirche vor dem ersten Weltkrieg ist nichts bekannt. In der Zwischenkriegszeit wurden zwei Glocken durch den Grazer Glockengießer Ernest Szabó gegossen, die den zweiten Weltkrieg überlebten. 1949 kam die heutige große Glocke durch die Gießerei Josef Pfundner aus Wien dazu. Bis 2014 bildeten die drei Glocken das Geläute, ehe man sich aus klanglichen Gründen für einen Neuguss einer kleinen Glocke entschied. Diese Glocke wurde durch die Gießerei Grassmayr aus Innsbruck gegossen, der Verbleib der alten Szabó Glocke ist nicht dokumentiert. In diesem Zuge wurde auch die große Glocke dem Ton angepasst. Zu Erntedank 2014 konnten dann beide Glocken ihrer Bestimmung übergeben werden.
Die Glocken:
1: Glockengießerei Josef Pfundner, Wien - 1949 - a'
2: Ernest Szabó, Graz - 1922 - c"
3: Glockengießerei Grassmayr, Innsbruck - 2014 - e"
Altes Geläute:
1: Glockengießerei Josef Pfundner, Wien - 1949 - a'-
2: Ernest Szabó, Graz - 1922 - c"
3: Ernest Szabó, Graz - 1922 - f"
Ein herzliches "Vergelts Gott" sei der Pfarre Kapfenstein und dem sehr netten Mesner für die Ermöglichung der Dokumentation, sowie meinem Begleiter gesagt!
Fotos, Video- und Tonaufnahme: M. R.
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Quellen:
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Pfarrkirche_Kapfenstein
Jörg Wernisch: Glockenkunde von Österreich
Eigene Sichtung 2025
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