Beschreibung der Videos
Inmitten der Innenstadt von Stadthagen steht die evangelisch-lutherische Kirche St. Martini. Der älteste Teil dieser Kirche ist außergewöhnlicherweise der wuchtige, circa 42 Meter hohe Westturm, der als einziger kompletter Teil der ersten Kirche von 1230 stehengeblieben ist. Auf einem Teil der Mauer wurde 1318 die zweite Kirche erbaut, welche dann in mehreren Etappen während des Mittelalters zu einer dreischiffigen gotischen Hallenkirche erweitert wurde. Im Norden wurde zudem im Jahr 1544 die Trinitatiskapelle angebaut. Im Jahr 1992 wurde die Kirche durch einen Brandanschlag schwer beschädigt. Eine Besonderheit ist das Mausoleum, welches von 1620 bis 1623 durch Fürst Ernst von Schaumburg und seiner Frau Hedwig von Hessen-Kassel erbaut wurde und nur vom Chorraum der Kirche betreten werden kann. Die erste Orgel wurde 1559 von den Gebrüdern Slegel erbaut. Von dieser sind nach mehreren Umbauten noch kleine Teile in der heutigen Orgel vorhanden. Sie umfasst 51 Register auf drei Manualen und Pedal.
In dem offenen Turm hängen heute vier Glocken. Die älteste von ihnen ist die Martinus-Maria-Magdalena-Glocke, welche 1434 von Hans Meiger gegossen wurde. Die nächstjüngste Glocke ist die kleine Glocke, welche 1511 von Herbert von Bippen gegossen wurde. Eine weitere Glocke von ihm wurde aufgrund eines Klangfehlers umgegossen und 1925 geweiht. Sie wurde im zweiten Weltkrieg eingezogen. Da der Wunsch bestand, das Geläut wieder zu erweitern, goss die Glockengießerei Junker im Jahr 1948 zwei neue Glocken. Geplant war, ein TeDeum auf ais° zu gießen. Da man sich bei der Konzeption des Geläutes jedoch fälschlicherweise an der Prime der Marienglocke orientierte, welche um einen Halbton vertieft ist, wurden die Glocken in den Tönen ais° und cis‘ gegossen. Diese ergeben nun aber mit dem Nomial der Marienglocke einen verminderten Dreiklang, sodass dieses Geläut einen der wenigen Nachkriegs-Tritoni darstellt. In der Laterne des Turmes hängen noch zwei Schlagglocken in den Tönen f‘ (Henricus de Borch, 1524) und es‘‘ (Unbezeichnet, 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts). Insgesamt ist das Geläut ein klanglicher Hingucker, da ein (Sonder-)Bronzetritonus der Nachkriegszeit nicht oft zu finden ist, und die Glocken ein angenehmes Klangbild haben. Lediglich die technische Anlage lässt zu wünschen übrig, da die dürftig eingestellten Läutewinkel nicht zum Vorteil des Geläutes sind, sondern gerade bei der großen Glocke zu Aussetzern führt.
Videoablauf:
00:00 Bilderpräsi mit dem Junkerduett
02:53 Glocke 4 (a')
04:41 Glocke 3 (e')
08:08 Glocke 2 (cis')
11:02 Glocke 1 (ais°)
14:05 Vollgeläut
Glockendaten:
Glocke 1: Große Glocke
Ton: ais°+4
Durchmesser: 1.780 mm
Gewicht: 3.300 kg
Gießer: Junker /Brilon
Gussjahr: 1948
Glocke 2:
cis‘+4
1.480 mm
1.900 kg
Junker / Brilon
1948
Glocke 3: Martinus Maria Magdalena
e‘±0
1.385 mm
1.650 kg
Hans Meiger
1434
Glocke 4: Anna
a‘+5
915 mm
420 kg
Herbert von Bippen
1511
Motiv: Eigenständig
Quellen: inschriften.net, Wikipedia, Homepage der Gemeinde, A. Philipp
Vielen Dank an Herrn Philipp fürs die Organisation der Tour und an Jonas und Hendrik fürs mitkommen sowie an die Gemeinde für die Ermöglichung!
Aufnahmedatum: 25.07.2024 (Sondergeläut)
Diese Aufnahme entstand am 7.6.2025 um 16 Uhr zum Einläuten des Sonntags.
Glockendaten:
Glocke 1
1963 von Rincker, Sinn
Gewicht: 826 kg
Schlagton: f'
Inschrift: O Land, Land, Land, höre des Herren Wort!
Glocke 2
1963 von Rincker, Sinn
Gewicht: 624 kg
Schlagton: as'
Inschrift: Kommt, laßt uns dem Herrn frohlocken!
Glocke 3
1963 von Rincker, Sinn
Gewicht: 414 kg
Schlagton: b'
Inschrift: Die Rechte des Herren behält den Sieg
Ich bedanke mich bei der Ev. Kirchengemeinde Köppern für die Genehmigung der Aufnahme.
Mit diesem Video wünsche ich euch noch einen schönen Pfingstmontag.
Falls sie Fragen, Geläutevorschläge etc. haben können sie mir gerne schreiben: YT_kirchenglocken.hessen@gmx.de
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