Beschreibung der Videos
Bereits 1594 wurde eine Kirche in Herrischried geweiht. Diese brannte jedoch 1828 ab. Die neue Kirche wurde vom im Ort wohnhaften Schreiner Bernhard Eckert 1829 ausgeführt. Es war zu dieser Zeit nur ein Turm. Aus dieser Zeit ist noch heute die kleinste Glocke des neuen Geläuts erhalten, denn 1849 brannte die Kirche abermals ab, wobei der Turm mit der Glocke stehen blieb.
Von 1850 bis 1853 wurde die Kirche neu aufgebaut, dem noch bestehenden Turm ein zweiter zur Seite gestellt, dieser blieb bis heute ohne Glocken. Nach Verlusten in beiden Kriegen wurde 1949 ein Eisenhartgussgeläut in den Turm gehängt.
Durch Schäden an den Glocken beschloss man 2016, ein neues Geläute anzuschaffen, wobei die historische Glocke beibehalten werden soll. 2 Jahre später wurden die 3 neuen Glocken schliesslich in der Giesserei Bachert gegossen. Insgeheim besteht auch der Wunsch nach einer 5. grossen Glocke im Ton b°, welche in den nach wie vor leer stehenden anderen Turm gehängt werden könnte.
Sämtliche Tonangaben a' = 435Hz in 1/16-Halbtönen
Daten zum Geläute:
Disposition: des' f' as' b'
Glocke 1
St. Zeno-Glocke
Ton: des′ -4
Gewicht: ca. 2'200 kg
Durchmesser: ca. 1'510 mm
Gussjahr: 2018 von Bachert, Neunkirchen
Glocke 2
Josefsglocke
Ton: f′ -9
Gewicht: ca. 1'000 kg
Durchmesser: ca. 1'190 mm
Gussjahr: 2018 von Bachert, Neunkirchen
Glocke 3
Kinderglocke
Ton: as′ -6
Gewicht: ca. 600 kg
Durchmesser: ca. 1'000 mm
Gussjahr: 2018 von Bachert, Neunkirchen
Glocke 4
Ton: b′ -7
Gewicht: 440 kg
Durchmesser: 860 mm
Gussjahr: 1829 von Gebrüder Bayer, Freiburg
Ein herzlicher Dank geht an den Pfarrer für die Erlaubnis der Aufnahme und dem Mesner für das Öffnen des Turmes und das schöne Läuten der Glocken.
00:00 Bilderstrecke
01:14 Vollgeläute
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*In diesem Video wird das Geläut der evangelischen Klosterkirche St. Maria und Martini in Walkenried präsentiert.*
Töne: g' b' es" f" (h' b")
*Ablauf:*
1. 0:00-17:00 Impressionen des Klosters
2. 17:00-19:10 Glocke 4 (f")
3. 19:10-21:15 Glocke 3 (es")
4. 21:15-23:50 Glocke 2 (b')
5. 23:50-26:29 Glocke 1 (g')
6. 26:29-27:05 Uhrschlag
7. 27:05-28:16 Glocke II (b")
8. 28:16-29:06 Glocke I (h')
9. 29:06-32:35 Vollgeläut (g' b' es" f")
Walkenried ist mit rund 3.900 Einwohnern eine Gemeinde im Landkreis Göttingen in Niedersachse, Deutschland. Im historischen Zentrum des Ortes befindet sich das ehemalige Zisterzienserkloster Walkenried.
Im Jahr 1127 stiftete Adelheid von Walkenried das heutige Kloster als drittes Zisterzienserkloster im deutschsprachigen Raum. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Kloster zu einem wichtigen Zentrum. Ab 1253 wurde mit dem Abbruch der ersten romanischen Klosterkirche begonnen. Im Jahr 1290 wurde die fast 100 Meter lange Klosterkirche, eine der größten Klosterkirchen Norddeutschlands, geweiht. Im Zuge dieser Umbauarbeiten wurde auch der doppelschiffige nördliche Kreuzgangflügel fertiggestellt. Auch im 14. Jahrhundert kam es zu weiteren Aus- und Umbauarbeiten. Im 16. Jahrhundert verlor das Kloster an Bedeutung. 1546 traten die noch wenigen verbliebenen Zisterziensermönche zu Luthers Lehren über. 1556 erhielt das Kloster mit der Gründung der Lateinschule eine neue Funktion. 1570 wurde der Kapitelsaal zur neuen Kirche, da die große Klosterkirche zunehmend baufällig wurde. Im Dreißigjährigen Krieg kam es zur Klosterplünderung und der bauliche Zustand des Klosters verschlechterte sich zunehmend. 1668 wurde schließlich auch die Klosterschule aufgegeben; ab 1672 diente die Klosterkirche als Steinbruch. Nachdem das Kloster im 17. Jahrhundert immer wieder Veränderungen unterworfen war, begann am Anfang des 19. Jahrhunderts mit der Epoche der Romantik der Erhalt des Klosters. Ab 1817 wurden weitere Abrissarbeiten verboten. Die Klosterruine wurde zu einem beliebten Ziel von Malern der Romantik. Nachdem das Kloster 1936 in den Besitz der Braunschweig-Stiftung gelangt war, wurde es nach dem Zweiten Weltkrieg teilweise an privat verkauft. 1957 wurde der Kapitelsaal, welcher als Kirchenraum dient, saniert. Im Jahr 1972 musste aus Sicherheitsgründen der einsturzgefährdete Chor abgetragen werden. Im Juli 2006 wurde schließlich das Zisterziensermuseum Kloster Walkenried eröffnet. Im Jahr 2010 wurde die Klosteranlage Teil des Welterbe-Ensembles „Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft“. Bis heute wurde das Kloster weiter saniert und für den Tourismus ausgebaut. Heute stellt es mit einem sehenswerten Museum und einer eindrucksvollen Architektur eine beliebte Sehenswürdigkeit im Harz dar. Gleichzeitig wird der Kapitelsaal heute als evangelische Kirche von Walkenried genutzt.
Im Dachreiter auf dem Klausurgebäude befindet sich das Geläut des Klosters. Insgesamt hängen im Turm sechs Glocken, wovon vier als Läuteglocken dienen. Zwei historische Glocken konnten sich über die Jahrhunderte erhalten. Die älteste Glocke ist die Glocke I. Sie wurde 1582 gegossen und dient heute zusammen mit der im Jahr 1654 von Rolf Geier gegossenen Glocke II als Schlagglocke für den Stundenschlag. Bis zum Guss des heutigen Geläuts diente Glocke I zusammen mit einer Eisenglocke der Gießerei Ulrich & Weule aus dem Jahr 1926 mit dem Ton a' als Geläut. In den 1960er Jahren entschied man sich, das „unwürdige“ Geläut auszutauschen. Dabei wurde das heutige vierstimmige Geläut mit seiner festlichen Tonfolge 1969 von der Glockengießerei Petit & Gebrüder Edelbrock in Gescher gegossen. Die beiden historischen Instrumente dienen seitdem unter anderem wegen klanglicher Mängel als Uhrschlagglocken.
*Daten der Glocken:* Ton, Gussjahr, Gießer, Gewicht, Durchmesser
Gl.1 g'-2 1969 Petit & Gebr. Edelbrock (Gescher) 680kg 1035mm
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Gl.2 b'±0 1969 Petit & Gebr. Edelbrock (Gescher) 380kg 850mm
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Gl.3 es"±0 1969 Petit & Gebr. Edelbrock (Gescher) 240kg 691mm
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Gl.4 f"±0 1969 Petit & Gebr. Edelbrock (Gescher) 180kg 605mm
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Gl.I h'-6 1582 ubz. ca.270kg 780mm
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Gl.II b" 1654 Wolf Geier (Erfurt) --- 390mm
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*Die Inschriften der Glocken befinden sich in einem Anhang in den Kommentaren!*
Vielen Dank an alle Beteiligten für die Ermöglichung der Aufnahmen, darunter an Herrn Pfarrer Reinhard. Ein großes Dankeschön geht auch an Frau Eixler für die Genehmigung der Veröffentlichung der Bilder aus dem Kloster sowie an Herrn Luca Weber für die Drohnenaufnahmen!
Quellen: eigene Fotos und Aufnahmen, Ev. Kirchengemeinde Walkenried, Wikipedia, Fotoweberei (Luca Weber), https://www.kloster-walkenried.de/
Aufnahme: 20. Februar 2026 zu einem gesonderten Geläut
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