Beschreibung der Videos

In Maria - Thann erklingen die Glocken des'-f'-as'-b' als Geläut der malerisch in der Allgäuer Voralpenlandschaft gelegenen Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt. Moderne Glocken aus Gescher ergänzen eine historische Glocke aus Lindau.

➥ Nach dem Krieg verblieb nur die Wetterglocke [2] im Turm zu Maria - Thann. Diese wurde im Jahre 1672 von den Lindauer Glockengießern Leonhard und Peter Ernst gegossen.
Im Jahre 1949 entschied sich die Wallfahrtsgemeinde Maria - Thann unter großen Opfern dazu das #Geläut wieder zu ergänzen. Unter dem Eindruck des Geläutes von Lindenberg entstanden für Maria - Thann drei neue #Glocken bei der Glockengießerei Petit & Edelbrock in Gescher (NRW). Die Spendenbereitschaft war so groß, dass die neuen Glocken [1+3+4] in der besonders klangvollen, schweren Glockenrippe gegossen werden konnten.
Dieses Geläut ist ehrlicherweise für den kleinen Glockenturm mit der markanten Zwiebelhaube wohl etwas zu mächtig. Aus diesem Grund mussten vor einigen Jahren Maßnahmen ergriffen werden, um die Bausubstanz des Turmes zu schützen. Der neue Glockenstuhl steht in seinem Fundament auf der Sakristei und reicht freistehend bis in die Glockenstube. Die Schubkräfte der Glocken werden somit nicht mehr direkt an den Turm, sondern zum Großteil an die Turmfundamente weitergeleitet. Um die Eigenbewegungen des Glockenstuhles dabei in einem vertretbaren Maße zu halten erklingen alle Glocken an gekröpften Jochen. Durch sehr gute Intonation fällt dies besonders bei den kleinen Glocken kaum auf. Die große Glocke ist darüber hinaus so klangvoll, dass sie etwaige klangliche Schwächen des Geläutes aufgrund der Aufhängung komplett überdeckt.
Eine technisch außerordentlich spannende Lösung !

➥ Die kleine Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt ist ein Schmuckstück des Barock im Allgäu. Nach dem dreißigjährigen Krieg wurde die kleine Pfarrkirche immer weiter dem barocken Kunststil angepasst. Besonders erwähnenswert ist der wunderschöne Hochaltar von 1708 und einige noch erhaltene kleine Fresken des Barockmalers Franz Josef Spieglers aus Wangen, der im nahegelegenen Maria Thann wohl seine Erstlingswerke schuf.
Noch heute ist Maria Thann der Zielpunkt einer regen Volkswallfahrt zum Gnadenbild Haria-Hilf !

➥ Ich möchte mich bei den Verantwortlichen der Gemeinde Maria Thann für das Ermöglichen dieser Aufnahme herzlich bedanken !

➥ Glockentürme und Glockenstühle sind keine öffentlich zugänglichen Räume.
Dieses Video wurde mit einer Sondergenehmigung unter Einhaltung von Sicherheitsstandards erstellt. Von einer Nachahmung ohne entsprechende Vorkenntnisse rät der Kanalinhaber ab.


Präsentiert wird das beeindruckende, neunstimmige Geläut der katholischen Stadtpfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt in Waldshut-Tingen.
Informationen zur Baugeschichte und Ausstattung der Kirche können unter dem nachstehenden Link eingesehen werden: https://de.wikipedia.org/wiki/Mari%C3%A4_Himmelfahrt_(Tiengen)
Das Geläut der Kirche hat eine äußerst detailliert aufgearbeitete Geschichte, dessen Ursprünge bis in das das 17. Jahrhundert zurückreichen. Im Jahr 1808 gab es nachweislich drei Instrumente auf dem Turm. Die mittlere Glocke war ein Werk des Jahres 1640.
Zur ihr gesellten sich eine kleinere Glocke - gegossen 1648 - und eine größere, 1668 gegossene Glocke.
Zwei dieser Glocken sprangen um 1800. Im Jahr 1808 wurde sich für einen kompletten Neuguss entschieden. Mit dem Guss der vier neuen Glocken (f'-as'-c''-d'') beauftragte man die Glockengießerei Rosenlächer aus Konstanz. 1809 wurden diese Glocken auf den Turm gehängt. In der Laterne befanden sich zwei kleine Glocken von 1721 und 1736.
Das Rosenlächergeläut von 1808 war von minderer Qualität, weshalb die beiden kleinen Glocken umgegossen wurden ( zu b' und des'') und zusätzlich eine dritte, große Glocke (des') folgte. 1917 wurden im Zuge des ersten Weltkrieges drei Glocken des Geläutes eingezogen (b', des'', b''). 1924 lieferte die Glockengießerei Grüninger zwei neue Glocken (b', des''). 1942 wurden die fünf großen Glocken sowie die beiden Kleinen von 1721 und 1736 abgegeben. Nur die kleinste Glocke von 1886 durfte verbleiben.
Die Glocke von 1721 kehrte nach dem zweiten Weltkrieg unbeschädigt vom Glockenfriedhof aus Hamburg zurück. 1950 goss Grüninger erneut fünf große Glocken (cis', e', fis', a', h') zu den beiden kleinen, bestehenden Glocken (cis'' und g'') von 1721 und 1886.
Durch eine großzügige Spende für eine noch fehlende a°-Glocke kam wieder Bewegung in die Glockengeschichte der Stadtkirche, war das Geläut aber doch gerade erst erweitert/erneuert worden.
Um das Gesamtklangbild einheitlicher zu gestalten und die neue große Glocke in eine gute Innenharmonie mit den anderen Glocken zu bringen, entschied man sich schließlich dafür, die drei kleinen Glocken des bestehenden Geläutes ebenfalls durch die Glockengießerei Schilling aus Heidelberg umgießen zu lassen. 1962 wurden schließlich die große Glocke sowie die drei Kleinen ge- bzw. umgegossen. Die drei 1950 gegossenen Grüningerglocken wurden nachgestimmt, was jedoch nicht den gewünschten Erfolgt brachte. Somit entschied man sich 1963 dazu, trotz vieler Gegenstimmen, auch diese Glocken einzuschmelzen und durch drei Neugüsse, ebefalls von FWS, zu ersetzen. Dieses Geläut bestand in dieser Form somit bis 2019.
In dem besagten Jahr erfolgte eine komplette Sanierung des Turmes der Stadtkirche, bei welcher auch das Geläut einer Sanierung unterzogen wurde. Alle Glocken erhielten neue Holzjoche, Klöppel und Steuerungen. Um die klangliche Lücke zwischen der kleinsten Schillingglocke und der sich in der Laterne befindlichen Barockglocke zu schließen, wurde im selben Jahr die Vernaglocke in der Glockengießerei Bachert in Neunkirchen gegossen. Leider fügt sie sich nur bedingt gut in das Geläut ein und wirkt für manch einen Zuhörer eher wie ein Fremdkörper. Auch die Oberflächenqualität ist nur bedingt gelungen.

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DIE LÄUTEGLOCKEN:

Glocke 1 | a°-2 | 4.013kg | d=1.810mm | 1962, FWS
Glocke 2 | cis'-4 | 2.365kg | d=1.516mm | 1963, FWS
Glocke 3 | e'-2 | 1.341kg | d=1.214mm | 1963, FWS
Glocke 4 | fis'-4 | 915kg | d=1.104mm | 1963, FWS
Glocke 5 | a'-2 | 610kg | d=968mm | 1962, FWS
Glocke 6 | h'-2 | 425kg | d=857mm | 1962, FWS
Glocke 7 | cis''-4 | 313kg | d=770mm | 1962, FWS
Glocke 8 | d''-3 | 230kg | d=715mm | 2019, Bachert (Neunkirchen)
Glocke 9 | g''+6 | ~90kg | d=524mm | 1721, T. Schalch, Schaffhausen

Disposition: a°-cis'-e'-fis'-a'-h'-cis''-d''-g''

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ABLAUF DER GELÄUTEPRÄSENTATION:
~0:00 | Intro mit Bilderpräsentation der Kirche und Glocken (im Hintergrund ist eine Aufnahme des vollen Geläutes zu hören)
~9:28 | Glocke 9 (g'')
~12:57 | Glocke 8 (d'')
~16:28 | Glocke 7 (cis'')
~20:15 | Glocke 6 (h')
~24:05 | Glocke 5 (a')
~27:43 | Glocke 4 (fis')
~31:51 | Glocke 3 (e')
~35:37 | Glocke 2 (cis')
~39:50 | Glocke 1 (a°)
~44:50 | Plenum
~51:00 | Hauptgeläut
~53:14 | Schillingplenum

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Quellen: Wikipediaeintrag und Gemeindeseite der kath. Pfarrkirche St, Mariä Himmelfahrt; Glockendaten, Auszug aus der erzbischöflichen Glockenseite; eigene Informationen; Video/Ton/Schnitt: J.R., F.T.


Glockentürme und Glockenstuben sind keine öffentlicher Zugang. Diese Aufnahme wurde organisiert und die Videos unter der Einverständniserklärung der jeweiligen Gemeinde erstellt und veröffentlicht.
Bei der Verwendung meiner Videos bin ich als Urheber darüber in Kenntnis zu setzten. Ebenfalls benötigt der User anschließend meine schriftliche Genehmigung für die anschließende Verwendung der Aufnahmen.

(c) Angelusglocke 2025


Aufnahmedatum: Freitag, 20.06.2025 im Rahmen eines Sonderläutens.

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