Beschreibung der Videos

Präsentiert wird das Geläut der evangelischen Kirche St. Martin im thüringischen Eichsfeld. Die ehemalige Stiftskirche ist die Hauptkirche von Stadt und Region, sowie zeitgleich die älteste der drei großen Kirchen in Heiligenstadt.
Die erste Saalkirche an der Stelle wo auch die heutige Kirche steht, wurde um die Mitte des 9. Jahrhunderts durch eine vorromanische Basilika mit Kreuzgrundriss ersetzt. Etwa um das Jahr 960 wurde durch den Mainzer Erzbischof Wilhelm bei St. Martin ein Augustiner-Chorherren-Stift gegründet. Dieser Stift und die dazugehörige Kirche, erlangten in der nachfolgenden Zeit überregionale Bedeutung. Um das Jahr 1276 begann man mit dem Um- und zeitgleich Neubau der Kirche mit Konventsgebäuden und Kreuzgang im Stil der Gotik, welcher um 1450 fertiggestellt werde konnte. Auch heute ist die Martinskirche, von wenigen neugotischen Veränderungen abgesehen, noch größtenteils in ihrem hochgotischen Erscheinungsbild erhalten. Sie stellt eine dreischiffige Basilika mit Kreuzrippengewölben dar. Der zweijochige Chor setzt das Mittelschiff bruchlos fort.
Während des dreißigjährigen Krieges wurde das Gnadenbild der Gottesmutter Maria von St. Marien in die St. Martinskirche überführt. Von hier an wurde die Stiftskirche zugleich ein Wallfahrtsort. Der Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 brach das Ende der geistlichen Fürstentümer, Klöster und Stifte mit sich. Dadurch wurde schließlich das Martinsstift aufgelöst.
Der Glockenturm trägt wohl das interessanteste und wertvollste Geläut der Stadt, sowohl im Hinblick auf den historischen Wert, als auch auf die musikalische Zusammensetzung. Die älteste Glocke ist die kleinste Glocke des Geläutes, gegossen in der Form eines Zuckerhutes. 1448 wurden durch den Glockengießer Hans Blume, welcher aus Erfurt stammte, die beiden großen Glocken gegossen. Leider sind sie durch die eingebauten Gegengewichtsklöppel nicht sonderlich klangschön, da die Klöppel förmlich gegen die Schlagringe der Glocken klatschen. 1518 wurde die zweitkleinste Glocke durch einen unbekannten Gießer hinzugegossen.
Damit stellt das Geläut ein vollständig erhaltenes Geläut der Gotik und des Mittelalters dar. Zudem ist es durch seine musikalische Zusammensetzung sicherlich einzigartig.

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DIE LÄUTEGLOCKEN:

Glocke 1 (Gloriosa) | e'+3 | 1.400kg | d=1.245mm | 1448, Hans Blume (Erfurt)
Glocke 2 (Christus) | fis'-6 | 930kg | d=1.128mm | 1448, Hans Blume (Erfurt)
Glocke 3 (Anna) | f''+4 | 150kg | d=590mm | 1518, unbekannter Gießer
Glocke 4 (kleine Glocke) | fis''±0 | 160kg | d=575mm | um 1300, unbekannter Gießer

Disposition: e'-fis'-f''-fis''
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ABLAUF DER GELÄUTEPRÄSENTATION:
~0:00 Intro mit Bilderpräsentation der Kirche und Glocken
~1:57 | Glocke 4 (fis')
~3:55 | Glocke 3 (f'')
~5:49 | Glocke 2 (fis')
~8:16 | Glocke 1 (e')
~10:43 | Plenum (e'-fis'-f''-fis'')

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Quellen: Gemeindeseite der evangelischen Martinsgemeinde in Heiligenstadt; Wikipediaartikel zur Martinskirche in Heiligenstadt; eigene Informationen; Bilder/Videos/Ton/Schnitt: J.R.


Weitere Informationen zum Geläut: https://createsoundscape.de/glocken-finder-2/detail/glockenfinder/id/6492-evang-kirche-martinskirche-in-heilbad-heiligenstadt/?cb-id=68122


Ein ganz großes Dankeschön geht an alle Zuständigen der evangelischen Martinsgemeinde für die Ermöglichung der Aufnahmen. Insbesondere dem netten Pfarrer für das Öffnen der Türen. Des Weiteren danke ich Andreas für die Organisation, sowie Hendrik und Jörn für die Begleitung.


Glockentürme und Glockenstuben sind keine öffentlicher Zugang. Diese Aufnahme wurde organisiert und die Videos unter der Einverständniserklärung der jeweiligen Gemeinde erstellt und veröffentlicht.
Bei der Verwendung meiner Videos bin ich als Urheber darüber in Kenntnis zu setzten. Ebenfalls benötigt der User anschließend meine schriftliche Genehmigung für die anschließende Verwendung der Aufnahmen.

(c) Angelusglocke 2022


Aufnahmedatum: Dienstag, 27.07.2021 im Rahmen eines Sonderläutens.


Es läuten die 5 Glocken der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt aus Oberaudorf im oberbayerischen Landkreis Rosenheim im Bundesland Bayern.

Stimmung:

cis' e' fis' a' h'

Gießer: Glockengießerei Karl Czudnochowsky, Erding (1949)

Die Gemeinde Oberaudorf liegt im bayerischen Teil des Unterinntals auf einer Seehöhe von 479 m ü. NHN, ca. 3 km nördlich von Kiefersfelden.

Die gotische Saalkirche wurde im Kern im 15. Jahrhundert erbaut und 1664 sowie 1758 barock umgestaltet. Sie besteht aus dem Langhaus zu vier Jochen, dem eingezogenen, außen dreiseitig, innen halbrund geschlossenen Chor im Osten, der Sakristei mit einem Oratorium im Obergeschoss an der Nordwand und dem Chorflankenturm an der Südwand und des Chors, dessen untere Geschosse vom Vorgängerbau aus dem 14. Jahrhundert stammen. Er wurde 1746 nach einem Entwurf von Abraham Millauer aufgestockt, um den Glockenstuhl und die Turmuhr unterzubringen, und mit einer Zwiebelhaube bedeckt, die von einer Laterne gekrönt wird. Sie wurde 1833 nach einem Brand rekonstruiert.

Der Innenraum des Langhauses ist mit einem Stichkappengewölbe überspannt, der des Chors mit einem Tonnengewölbe. Die Deckenmalerei hat 1924 Anton Niedermaier ausgeführt.

Der Hochaltar wurde 1729 aufgestellt. Er wird von den Skulpturen des Josef von Nazaret und des heiligen Joachim flankiert. Zentrales Bild des Altars ist eine Statue der thronenden Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind in einem Strahlenkranz unter einem goldenen Baldachin. Als Himmelskönigin trägt Maria Krone und Zepter und zu ihren Füßen steht links und rechts ein Engel mit Weihrauchfass. Kleine Engel schweben über und neben ihrem Kopf. Über dem Baldachin ist der Heilige Geist in Gestalt der Taube dargestellt.

Die zweimanualige Orgel mit 24 Register fertigte 2001 Thomas Jann.

Quelle: (https://de.wikipedia.org/wiki/Mari%C3%A4_Himmelfahrt_(Oberaudorf)

Danke sagen möchte ich hiermit dem netten Mesner von Oberaudorf!

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