Beschreibung der Videos
Vom Turm der katholischen Pfarrkirche Sankt Jakobus in der Ortsmitte von Himmelstadt erklingt ein vierstimmiges Glockengeläute. Bereits seit der Einweihung der Kirche am Anfang des 17. Jahrhunderts befanden sich #Glocken auf dem Turm, diese wurden jedoch schon um 1730 abgenommen und durch ein neues Geläute ersetzt - auch dieses sollte nicht sonderlich lange erhalten bleiben und wurde 1920 ausgetauscht. Im Zweiten Weltkrieg wurde schließlich das gesamte #Glockengeläute mit Ausnahme der kleinsten Totenglocke eingezogen. Im Jahre 1950 goss man schlussendlich das heutige Hauptgeläute der drei großen Glocken in Weißbronze bei Benjamin Grüninger in Villingen. Dieses ruft die Gemeinde bis heute zu jeglichen Gottesdiensten, die kleine Totenglocke läutet auf mehrfaches Bitten einzelner Gemeindemitglieder leider im Normalfall lediglich solistisch.
Gl. 1 | Marienglocke | f' | "mich goss meister benjamin grüner in villingen neu ulm 1950"
Gl. 2 | Jakobusglocke | g' | "mich goss meister benjamin grüner in villingen neu ulm 1950"
Gl. 3 | Sebastiansglocke | b' | "mich goss meister benjamin grüner in villingen neu ulm 1950"
Gl. 4 | Totenglocke | f'' | unbezeichnet, 15. Jahrhundert
Nachdem die Vorgängerkirche aus dem Jahr 1294 zu den Anfängen des 17. Jahrhunderts als baufällig eingestuft wurde, erging vom damaligen Fürstbischof Echter der Auftrag ein neues Gotteshaus zu errichten. Die kirche konnte 1614 im zweiten Baujahr eingeweiht werden und blieb im Wesentlichen bis heute erhalten. Doch da der Kirchenbau im Laufe der Jahrhunderte zu klein geworden war und man mehr im Zeitgeist Gottesdienst feiern wollte, errichtete man 1965 die Sankt Immina Kirche, währen die Pfarrkirche ausgeräumt und stillgelegt wurde. Doch im Laufe der Zeit wurde auch letztere renovierungsbedürftig und musste gründlich instandgesetzt werden, vor allem der Turm war in instabilem Zustand. Nach zehn Jahren der Restaurierung konnte die Jakobuskirche 2000 wiedergeweiht werden und wurde fortan für kleinere Gottesdienste genutzt. Doch schließlich war der Betonbau aus den 70er Jahren an der Reihe - er hatte ausgedient, war zu groß und sanierungsbedürftig. Nach 45 Jahren wurde die Imminakirche im Jahre 2010 profaniert und die Jakobuskirche wieder Pfarrkirche.
Herzlichen Dank an die freundliche Mesnerin für die Ermöglichung der Aufnahme, an den Kirchenpfleger für die Vermittlung und Genehmigung sowie an "Christus Glocke" und Julian für die tatkräftige Unterstützung an diesem Tag.
Das Video von ihm:
Aufgenommen am 13.10.2018 zu einem Sonderläuten am Nachmittag
#glocken #steiermark #adriach
Es sind die fünf Glocken der Filialkirche zum hl. Georg aus Adriach, Stadtgemeinde Frohnleiten, in der Obersteiermark zu sehen und zu hören.
Programm:
00:00 Stundenschlag
00:52 Glocke 5
02:02 Glocke 4
03:06 Glocke 3
04:17 Glocke 2
05:30 Glocke 1
07:11 Historisches Duett
08:40 Stahlglockenduett
10:00 Teilgeläute bis 1984
11:41 Vollgeläute
15:53 Historische Aufnahme
Das kleine Dorf Adriach liegt westlich der Stadt Frohnleiten und ist heute in diese eingemeindet. Schon von Weitem lässt sich die Fililakirche Adriach, geweiht dem Heiligen Georg, erkennen, die eine der ältesten Kirchen der Steiermark darstellt. Die Kirche wurde um das Jahr 1050 von Graf Markwart von Eppenstein in Auftrag gegeben und erhielt bereits wenige Jahrzehnte später das volle Pfarrrecht. Ihr waren mehrere Kirchen der Umgebung, darunter auch die heutige Pfarre in Frohnleiten, unterstellt. Im 18. Jahrhundert war St. Georg zudem ein bedeutender Wallfahrtsort, den sogar Kaiserin Maria Theresia mehrmals besuchte. Im Zuge der josephinischen Reformen wurde das Pfarrrecht 1786 auf die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Frohnleiten übertragen. Die Kirche sollte anschließend abgetragen werden, wurde jedoch von drei Bauern aus Adriach ersteigert und dadurch vor der Zerstörung bewahrt. Architektonisch vereint die Kirche romanische, gotische und barocke Elemente. Der ursprüngliche romanische Bau wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und umgestaltet. Bei Restaurierungsarbeiten wurden außerdem die Fundamente einer romanischen Rundkrypta und weitere Reste der frühesten Bauphasen entdeckt, die die große historische Bedeutung der Kirche belegen. Der Innenraum beeindruckt durch seine reichhaltige barocke Ausstattung. Mittelpunkt ist der Rokoko-Hochaltar aus den Jahren 1773 bis 1775, der vermutlich aus der Werkstatt des bedeutenden Bildhauers Veit Königer stammt. Das Hochaltarbild, gemalt von Joseph Adam Mölk, zeigt das Martyrium des heiligen Georg. Daneben stehen die Figuren der Apostel Petrus und Paulus. Ebenfalls von Joseph Adam Mölk stammen die vier eindrucksvollen Deckenfresken im Langhaus, die Szenen aus dem Leben des heiligen Georg darstellen und zu den bedeutendsten Kunstwerken der Kirche zählen. Zur weiteren Ausstattung gehören eine kunstvoll geschnitzte barocke Kanzel des Leobener Meisters Matthäus Krenauer aus der Zeit um 1770 sowie eine lebensgroße Pietà aus dem frühen 18. Jahrhundert. Auch die Orgel ist historischen Wertes, besitzt sie doch Material, das auf die Zeit um 1650 zurückgeht. 1815 wurde sie in die heutigen Zustand vergrößert.
Eine weitere Besonderheit der Filialkirche Adriach stellt das Geläute im hohen, gotischen Keildachturm dar. Vom ehemaligen Geläute haben sich heute noch zwei gotische Glocken der Judenburger Gießerdynastie erhalten. In der Zwischenkriegszeit wurden zwei Stahlglocken aus Kapfenberg ergänzt, sowie 1984 eine neue Bronzeglocke durch die Gießerei Grassmayr in Innsbruck. Bemerkenswert ist, dass sich der alte, histroische Glockenstuhl, sowie die historischen Joche der gotischen Glocken erhalten haben (die jüngeren wurden auf Stahljoche aufgehängt). Weiters hat sich in Adriach bis heute der Brauch der Klöppelfangens erhalten. Auch heute noch wird die große Glocke bei Festtagen geläutet und in der Glockenstube der Klöppel per Seil gefangen. Dabei wird sie beim Vollgeläute, Wandlungsläuten (mit 2x Absetzen) und Angelusläuten (mit 3x Absetzen) geläutet. Ein weiterer Beweis dafür, dass es diese Tradition auch im östlichen Alpenraum gegeben hat. ;)
Die Glocken:
1: 2. Judenburger Gießer, Judenburg - 1474 - fis'
2: Gebrüder Böhler, Kapfenberg - 1922 - a'+
3: Glockengießerei Grassmayr, Innsbruck - 1984 - cis"
4: Gebrüder Böhler, Kapfenberg - 1922 - dis"
5: 1. Judenburger Gießer, Judenburg - um 1350 - dis"+
Ein herzliches "Vergelts Gott" sei der Stadtpfarre Frohnleiten, sowie dem Kirchenrat für die Ermöglichung der Dokumentation und das tatkräftige Läuten der großen Glocke, sowie meinem Begleiter für das Läuten der der kleinen Glocke gesagt!
Fotos, Video- und Tonaufnahme: M. R.
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Quellen:
Wikipedia:
Jörg Wernisch: Glockenkunde von Österreich
Eigene Sichtung 2026
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Tags
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