Beschreibung der Videos
Es läuten die fünf Glocken zum Auftakt der Jubiläumswoche der Reformierten Bühlkirche im Zürcher Stadtteil Wiedikon.
Stimmung: B° d' f' g' b'
Giesser/Gussjahr:
Hermann Rüetschi, Aarau, 1896 (1-3+5)
H. Rüetschi AG, Aarau, 1950 (4)
Im Oktober 2021 wird die Bühlkirche im Reformierten Kirchenkreis 3 der Stadt Zürich 125 Jahre alt. Grund genug um zu feiern. Zu diesem Anlass hat sich die Kirchgemeinde einiges einfallen lassen. Während de ganzen letzten Oktoberwoche finden in und um die Kirche diverse Aktivitäten für klein und gross statt. Hierbei handelt es sich um Vorträge zum Kirchenbau, über diverse Konzerte, Tag der offenen Türen mit Besichtigung von Kirche und Glockenturm sowie einige weitere Geschichten und sagen über die Kirchgemeinde und Stadt Zürich. Den Abschluss dieser ereignisreichen Jubiläumswoche findet in einem Festgottesdienst am Sonntag den 31. Oktober 2021 seinen Höhepunkt.
Mit dem Bau der Kirche wurde 1896 ein stattliches B-Dur Geläut angeschafft. Ein defektes Lager bei der heutigen Glocke drei verursachte 1949 einen "Glockenunfall" der einen glücklichen Ausgang hatte. Die Glocke löste sich während des Läutens aus der Verankerung und viel durch den Glockenstuhl zu Boden. 1950 kam die fünfte Glocke g' in den Turm um das Geläute zu vervollständigen. Sie ist weniger reich verziert als ihre Schwestern. Platz für ein Quintett im Glockenstuhl war schon immer vorhanden gewesen, aus Budgetgründen jedoch, wurde die fünfte Glocke 1896 aber nicht realisiert.
Die Kirche wurde zwischen 1894 und 1896 im Auftrag der reformierten Kirchgemeinde Wiedikon nach Plänen des Basler Architekten Paul Reber erbaut, der in Zürich auch die Reformierte Kirche Zürich-Unterstrass und die Johanneskirche im Industriequartier errichtet hatte. Weitere Bauten schuf er auch mit der Reformierten Kirche Wetzikon und Pfäffikon ZH. Grund für den Bau der Kirche war der Umstand, dass das alte Bethaus für die wachsende Gemeinde zu klein geworden war. Nachdem die Kirche 1945 ein erstes Mal renoviert worden war, erfolgte in den Jahren 1983 bis 1984 eine umfassende Aussen- und Innensanierung, wobei die ursprüngliche Dekorationsmalerei und der doppelstöckige Kanzelstuhl wiederhergestellt wurden.
Der besondere Reiz von Rebers Kirche Bühl liegt im Motivreichtum und in der Mischung von gotischen und romanischen Formen zu einem Übergangsstil völlig neuer Art. Die Grundrissdisposition hingegen und die Asymmetrie der Eingangsfassade sind für die 1890er Jahre zeittypisch. Die meisten neugotischen Bauten der Stadt Zürich sind verschwunden, verändert oder weitgehend zerstört. Die Kirche Bühl ist eine der wenigen in der originalen Substanz erhalten. Mit der Renovation von 1983/84 hat das Gotteshaus auch seine vollständige dekorative Innenausstattung wieder erhalten und präsentiert sich damit als eines der schönsten Baudenkmäler der Neugotik in Zürich.
Daten zu den Glocken:
Glocke 1 (06:25)
Name: Grosse Glocke
Ton: B°
Gewicht: 3'311 Kg
Inschrift: "Gerechtigkeit erhöhet dein Volk"
Glocke 2 (05:21)
Name: Mittagsglocke
Ton: d'
Gewicht: 1'639 Kg
Inschrift: "Unser Glaube ist der Sieg der die Welt überwunden hat"
Glocke 3 (04:17)
Name: Morgen- und Abendglocke
Ton: f'
Gewicht: 1009 Kg
Inschrift: "Die Liebe währet immerdar"
Glocke 4 (03:07)
Name: Vierte Glocke
Ton: g'
Gewicht: 770 Kg
Inschrift: "Gott gebe uns viel Barmherzigkeit"
Glocke 5 (02:00)
Name: Kleine Glocke
Ton: b'
Gewicht: 421 Kg
Inschrift: "Hoffnung lässt nicht zuschanden werden"
Dem freundlichen Sigristen ein recht herzliches Dankeschön für das öffnen des Turmes und das gesonderte Einläuten des Sonntags. Viel Freude mit dem Video!
Die Heilandskirche in Berliner Ortsteil Moabit ist eine der Kirchen der Evangelischen Kirchengemeinde Tiergarten. Die neugotische Kirche an der Thusnelda-Allee ist mit ihrem 87 Meter hohen Turm der Blickpunkt am Westrand des Kleinen Tiergartens. Das Areal wird im Norden von der Turmstraße und im Süden von der Straße Alt-Moabit begrenzt.
GESCHICHTE:
Da sich die Johanniskirche, die erste Moabiter Kirche, für die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts rasch wachsende Bevölkerung als zu klein erwies, wurde 1892–1894 die Heilandskirche als Filiale erbaut. Dazu wurde ein Stück des Kleinen Tiergartens abgetrennt und für den Kirchenbau zur Verfügung gestellt.
Der Entwurf stammte vom Architekten Friedrich Schulze, die Ausführung lag bei Paul Kieschke. Die kreuzförmige Backstein-Hallenkirche weist kurze Querschiffe auf, wodurch sie als Zentralbau wirkt. Der schlanke Turm erhielt ein überhöhtes Spitzdach, dem an seiner Basis vier kleine Spitztürmchen beigegeben sind. Diese korrespondieren mit dem Dachreiter über der Vierung und den Zwickeltürmen in den Innenecken der Schiffe. Die Firma Bolle stiftete die drei Glocken, die bis heute erhalten sind. Die Kirche wurde am 20. Juni 1894 eingeweiht. Selbstständig wurde die Gemeinde erst 1896. Sie erhielt 1905 ein Gemeinschaftshaus in der Putlitzstraße. 1905/1906 wurde in der Ottostraße 17 das Pfarrerwohn- und Gemeindehaus errichtet.
Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Kirche schwere Beschädigungen. Bei einem alliierten Luftangriff im November 1943 brannten Dachstuhl und Turmhelm ab. In der Folge lag die Kirche als Ruine brach. In den 1950er Jahren wurde sie unter Erich Ruhtz und Erich Glaß stark vereinfacht wieder aufgebaut. Das Dach wurde 1951 neu gedeckt. Dabei wurde der Dachreiter weggelassen und die vier Ecktürmchen verkleinert. Der zerstörte Chor erhielt nun – mit Ausnahme des Erdgeschosses – einen flachen Schluss, der spitze Turm wurde in alter Form wieder hergestellt. Im Innenraum wurde neugotischer Zierrat entfernt. Da die Gemeindegliederzahl abgenommen hatte, wurde auf die Emporen verzichtet. Die Wiedereinweihung erfolgte 1960. Das neue Altarbild wurde nach dem Entwurf von Hans Gottfried von Stockhausen gefertigt und 1961 eingesetzt.
Da vor der 2004 erfolgten Fusion mit der benachbarten Reformationsgemeinde zur Kirchengemeinde Moabit West die Gemeindegliederzahl auf unter 5000 gesunken war und nur ein Bruchteil der notwendigen Bauunterhaltungskosten zur Verfügung stand, entschloss sich die Gemeinde, das viel zu große Gemeindehaus aufzugeben und ihre Arbeit an der Thusnelda-Allee zu konzentrieren. Dafür wurde die Heilandskirche 2004 umgebaut und saniert. Sie erhielt verbesserte Elektrik, eine neue Fußbodenheizung und eine mobile Bestuhlung für eine multifunktionale Nutzung. Die Nebenräume auf der Westseite der Kirche wurden zu Gemeinderäumen mit einem kleinen Kirchenbüro sowie Mehrzweck- und Gruppenraum umgebaut. Das bereits bestehende Café Thusnelda wurde renoviert, womit im Eingangsbereich neue helle und offene Gemeinderäume zusammen mit einem behindertengerechten Sanitärbereich entstanden. Im Januar 2016 erfolgte die Fusion der Kirchengemeinden Moabit West, Erlöser, St. Johannis und Kaiser-Friedrich-Gedächtnis zur Evangelischen Kirchengemeinde Tiergarten.
GLOCKEN:
Die Heilandskirche verfügt über ein Geläut aus drei bauzeitlichen Gussstahlglocken, die die Familie des zur Kirchengemeinde gehörenden Unternehmers Carl Bolle gestiftet hat. Sie wurden 1893 vom Bochumer Verein hergestellt und haben beide Weltkriege überstanden, weil die Behörden an Stahlguss kein Interesse hatten. Das Geläut befindet sich in einer fast quadratischen Glockenstube mit den Grundmaßen 4,4 m × 4,5 m. Die Herstellung kostete 6344 Mark.
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Schulter: GEG. VOM BOCHUMER VEREIN F. BERGBAU U. GUSSSTAHLFABRIKATION.
Flanke: GESTIFTET VON DER FAMILIE C. BOLLE, BERLIN 1893. Gegenüber: KOMMT VOR SEIN ANGESICHT MIT FROHLOKKEN. PSALM 100,2b.
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Schulter: GEG. VOM BOCHUMER VEREIN F. BERGBAU U. GUSSSTAHLFABRIKATION.
Flanke: GESTIFTET VON DER FAMILIE C. BOLLE, BERLIN 1893. Gegenüber: DIENET DEM HERRN MIT FREUDEN, PSALM 100,2a.
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Schulter: GEG. VOM BOCHUMER VEREIN F. BERGBAU U. GUSSSTAHLFABRIKATION.
Flanke: GESTIFTET VON DER FAMILIE C. BOLLE, BERLIN 1893. Gegenüber: JAUCHZET DEM HERRN ALLE WELT, PSALM 100,1.
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